High-Torque-Motoren im Vergleich: DJI Avinox M2 und M2S vs. Bafang M510RS und M560RS

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150 Nm Drehmoment, vierstellige Wattzahlen und bis zu 800 Prozent UnterstĂŒtzung: Bei leistungsstarken E-MTB-Motoren verschieben sich die MaĂstĂ€be. Avinox hat mit M2 und M2S vorgelegt. Bafang antwortet mit M510RS und M560RS â zwei Antrieben, die ebenfalls technische Uphills, steile Rampen und anspruchsvolle Trailrunden ins Visier nehmen.
Auf dem Datenblatt verteilt sich der Vorsprung: Bafang bietet bis zu 1.700 Watt Spitzenleistung, Avinox kombiniert bis zu 150 Nm mit weniger Motorgewicht. FĂŒr deine Kaufentscheidung zĂ€hlen aber auch die Bedingungen dahinter. Welche Werte gelten ohne Boost? Welchen Akku brauchst du? Wie lange bleibt die Leistung verfĂŒgbar?
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Avinox gegen Bafang: Die technischen Daten im Ăberblick
Die Tabelle zeigt bei Bafang die leistungsstĂ€rkeren 48-Volt-AusfĂŒhrungen. Beim Avinox M2S gelten die 1.500 Watt fĂŒr passende Akkukonfigurationen. Die Details dazu sind fĂŒr den Vergleich entscheidend.
| Merkmal | Avinox M2 | Avinox M2S | Bafang M510RS, 48 V | Bafang M560RS, 48 V |
|---|---|---|---|---|
| Nennleistung | 250 W | 250 W | 250 W | 250 W |
| Max. Drehmoment ohne Boost | 110 Nm | 130 Nm | 110 Nm | 120 Nm |
| Max. Drehmoment im Boost | 125 Nm | 150 Nm | 130 Nm | 150 Nm |
| Max. Spitzenleistung | 1.100 W | 1.500 W* | 1.300 W | 1.700 W |
| Max. UnterstĂŒtzungsverhĂ€ltnis | 800 % | 800 % | 800 % | 800 % |
| Angegebenes Motorgewicht | 2,65 kg | 2,59 kg | 2,9 kg | 3,3 kg |
Die Nennleistung beschreibt eine andere KenngröĂe als die kurzfristig erreichbare Spitze. Ebenso bedeutet "130 Nm ohne Boost" kein garantiertes Drehmoment bei jeder Trittfrequenz. Motorregelung, Drehzahl, Temperatur und Energieversorgung bestimmen den tatsĂ€chlich verfĂŒgbaren Schub.
M2 gegen M510RS: gleiche Basis, unterschiedliche Reserven
Im regulÀren Betrieb stehen bei beiden maximal 110 Nm. Mit Boost steigt der M2 auf 125 Nm, der M510RS mit 48 Volt auf 130 Nm. Bafangs Vorsprung betrÀgt hier 5 Nm beziehungsweise 4 Prozent.
GröĂer fĂ€llt der Unterschied bei der Spitzenleistung aus: 1.300 gegenĂŒber 1.100 Watt entsprechen 18,2 Prozent mehr. DafĂŒr ist der M510RS laut Gewichtsangaben 250 Gramm schwerer.
Mit 36 Volt verĂ€ndert sich das Bild: Dann nennt Bafang 1.100 Watt und 120 Nm im Boost. Bei gleicher Spitzenleistung bietet der M2 somit 5 Nm mehr Boost-Drehmoment.Â
FĂŒr sportliche Touren und technische Trailrunden sprechen beide Plattformen dieselbe Zielgruppe an. Der M2 punktet beim Gewicht, der M510RS bietet mit 48 Volt die höhere Leistungsspitze. Welche Abstimmung dir beim langsamen Anfahren an einer Wurzel besser liegt, entscheidet sich auf dem Bike.
M2S gegen M560RS: 200 Watt mehr treffen auf 710 Gramm Mehrgewicht
Die Spitzenmodelle erreichen jeweils 150 Nm im Boost. AuĂerhalb dieses Modus liegt der M2S mit 130 Nm vor dem M560RS mit 120 Nm. Bafangs höchster Wattwert macht ihn also keineswegs in jeder Betriebssituation automatisch krĂ€ftiger.
Mit 48 Volt bietet der M560RS maximal 1.700 Watt gegenĂŒber 1.500 Watt beim entsprechend ausgestatteten M2S. Das sind 200 Watt oder 13,3 Prozent mehr Spitzenleistung. Bei 36 Volt sinken Bafangs Maximalwerte auf 1.400 Watt und 140 Nm.
Beim angegebenen Motorgewicht stehen 3,3 gegen 2,59 Kilogramm: 710 Gramm Differenz. Rechnerisch ergeben sich aus den Höchstwerten 515 Watt pro Kilogramm fĂŒr Bafang und 579 Watt pro Kilogramm fĂŒr Avinox.
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Warum 150 Nm nicht automatisch 1.700 Watt bedeuten
Drehmoment beschreibt die Drehwirkung, Leistung berĂŒcksichtigt zusĂ€tzlich die Drehzahl. FĂŒr die mechanische Abgabeleistung gilt:
Leistung = Drehmoment Ă 2Ï Ă Drehzahl Ă· 60.
Wenn am Kurbelabtrieb 150 Nm anliegen, ergeben sich bei 60 Umdrehungen pro Minute rechnerisch 942 Watt, bei 90 Umdrehungen 1.414 Watt. Das sind Rechenbeispiele, keine gemessenen Betriebspunkte dieser Motoren.
Die Konsequenz fĂŒrs GelĂ€nde: Hohe Leistungswerte brauchen neben Drehmoment auch Drehzahl. Wer im schweren Gang mit niedriger Trittfrequenz eine Rampe hochdrĂŒckt, ruft deshalb nicht automatisch die beworbene Wattspitze ab. Rechtzeitig herunterschalten bleibt sinnvoll, selbst wenn der Motor auf dem Papier einen kleinen Skilift ersetzen könnte.
Auch 800 Prozent UnterstĂŒtzung sind ein VerhĂ€ltnis mit Grenzen. Rechnerisch wĂŒrden 100 Watt Eigenleistung 800 Watt Motorleistung anfordern. Bei 200 Watt wĂ€ren es 1.600 Watt â der M2 begrenzt jedoch bereits bei maximal 1.100 Watt. Drehmoment-, Leistungs- und Temperaturgrenzen gelten gleichzeitig. Mehr dazu erklĂ€rt unser Beitrag: Wie stark unterstĂŒtzt ein E-Bike-Motor wirklich?
Systemspannung und Akku: Hier entscheidet sich die verfĂŒgbare Leistung
Was 48 Volt gegenĂŒber 36 Volt verĂ€ndern
Bafangs Zahlen zeigen den Einfluss konkret: Beim M560RS steigt die angegebene Spitzenleistung zwischen den Systemvarianten von 1.400 auf 1.700 Watt, beim M510RS von 1.100 auf 1.300 Watt.
Elektrisch lĂ€sst sich ein Vorteil höherer Spannung erklĂ€ren: FĂŒr beispielhafte 1.200 Watt elektrische Eingangsleistung flieĂen bei 36 Volt rechnerisch 33,3 Ampere, bei 48 Volt 25 Ampere. Bei identischem Leitungswiderstand wĂ€ren die dortigen StromwĂ€rmeverluste dadurch um 43,75 Prozent niedriger, weil sie mit dem Quadrat des Stroms steigen.
Beim M2S entscheidet der Akkutyp mit
Avinox nennt fĂŒr den M2S mit FP700 oder RS800 bis zu 1.500 Watt im Boost. Mit FS600 oder FS800 betrĂ€gt das Maximum 1.300 Watt. FĂŒr 1.500 Watt Spitzenleistung auch in regulĂ€ren UnterstĂŒtzungsmodi nennt Avinox ausdrĂŒcklich den FP700 als Voraussetzung.
Ein 800-Wh-Akku ermöglicht somit nicht automatisch mehr Leistung als ein 700-Wh-Akku. Wattstunden beschreiben den Energieinhalt; die zulĂ€ssige Leistungsabgabe ist eine eigene Eigenschaft. Die Avinox-Akkudaten nennen fĂŒr den FP700 700 Wh und 36,1 Volt, fĂŒr den entnehmbaren RS800 800 Wh und 35,9 Volt.
Auch Reichweite lĂ€sst sich nicht pauschal einer Motorfamilie zuschreiben. Ein beispielhafter 1.050-Wh-Akku speichert 31,25 Prozent mehr Energie als ein 800-Wh-Akku. Daraus werden nur bei identischem Energieverbrauch pro Kilometer entsprechend mehr Kilometer. Ein solcher Akku ist auĂerdem keine feste Eigenschaft jedes Bafang-RS-Bikes.
Beim Laden gibt es konkrete Avinox-Vergleichswerte: Mit dem passenden 508-Watt-Lader nennt der Hersteller fĂŒr 0 bis 80 Prozent 76 Minuten beim FP700 und 96 Minuten beim RS800. FĂŒr Bafang brauchst du die konkrete Akku-Lader-Kombination des Fahrradherstellers. Unsere Einordnung zur Ladezeit von E-Bike-Akkus erklĂ€rt die ZusammenhĂ€nge.
Sensorik und Software: Wer bringt die Kraft kontrolliert auf den Boden?
Bafang ergĂ€nzt Drehmoment-, Trittfrequenz- und Geschwindigkeitsdaten um eine 6-Achsen-IMU, also eine Sensoreinheit fĂŒr Beschleunigungen und Drehbewegungen. Sport+ regelt die UnterstĂŒtzung adaptiv bis 500 Prozent, Boost-to-Limit erhöht das Maximum auf 800 Prozent.
Der Hersteller nennt auĂerdem 50 Prozent schnellere Reaktion und 33 Prozent höhere Power-Stop-Empfindlichkeit gegenĂŒber M510 beziehungsweise M560. Diese Angapben vergleichen die RS-Motoren mit ihren Bafang-VorgĂ€ngern.Â
Avinox nutzt ebenfalls mehrere Sensoren einschlieĂlich einer IMU. Ăber die App lassen sich unter anderem maximale Leistung, Drehmoment, AnfahrunterstĂŒtzung und Nachlauf einstellen. Damit kannst du beeinflussen, wie krĂ€ftig der Antrieb beim Antreten einsetzt und wie er Hindernispassagen unterstĂŒtzt.
Auf einem losen Uphill zĂ€hlt genau diese Abstimmung. Zu abrupter Schub kann das Hinterrad durchdrehen lassen. Eine sauber dosierte UnterstĂŒtzung hilft dir, Traktion zu halten. Die Funktionen der Plattform erklĂ€ren wir ausfĂŒhrlicher im Artikel zu Avinox M2 und M2S.
Integration und Service: Der Motor ist Teil des Fahrrads
Bafang ĂŒbernimmt bei den RS-Versionen die jeweiligen Motoraufnahmen von M510 und M560. Das erleichtert Fahrradherstellern die Nutzung bestehender Rahmenplattformen. Ein freigegebener NachrĂŒstsatz fĂŒr jedes vorhandene Bike ergibt sich daraus nicht: Akku, Verkabelung und Software mĂŒssen ebenfalls zusammenpassen.
Avinox bindet seine Antriebe an kompatible Systemkomponenten. So ist ĂŒber die App bspw. eine Selbst-Diagnose möglich.
Bafang kĂŒndigt die Serienproduktion der RS-Motoren fĂŒr das vierte Quartal 2026 an. Bis konkrete Serienbikes samt Preisen und Servicekonzepten vorliegen, bleibt ihr Preis-Leistungs-VerhĂ€ltnis offen.
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Die Upway-Meinung: Mehr Leistung ist spannend â Transparenz wĂ€re der gröĂere Fortschritt
Wir begrĂŒĂen, dass Bafang Avinox unter Druck setzt. Zwei leistungsstarke Plattformen schaffen Auswahl und geben Fahrradherstellern zusĂ€tzliche Möglichkeiten. FĂŒr technische Uphills können hohe Reserven echten FahrspaĂ bringen. Wer eine steile Passage aus eigener Kraft und mit passender UnterstĂŒtzung sauber hochfĂ€hrt, braucht dafĂŒr keine Rechtfertigung.
Unsere vorlĂ€ufige Einordnung ist trotzdem differenziert: Der M2S kombiniert hohes regulĂ€res Drehmoment mit niedrigem angegebenem Motorgewicht. Der M560RS bietet die höchste veröffentlichte Leistungsspitze. Beim kleineren Duell sprechen 250 Gramm Gewichtsvorteil fĂŒr den M2 und 200 Watt zusĂ€tzliche Spitzenleistung fĂŒr den M510RS mit 48 Volt.
FĂŒr eine Kaufempfehlung wĂŒnschen wir uns vor allem bessere Vergleichbarkeit: Leistungskurven ĂŒber die Trittfrequenz, klar benannte Boost-Zeiten und Messungen nach lĂ€ngerer Belastung. Solche Angaben wĂŒrden dir mehr helfen als die nĂ€chste isolierte Maximalzahl.
Aus Upway-Sicht gehört auĂerdem das zweite Fahrradleben in diese Rechnung. Ein Motor sollte nach Jahren noch diagnostizierbar sein, ein Ersatzakku beschaffbar bleiben und ein Besitzerwechsel digital funktionieren. Gerade bei leistungsstarken Bikes zĂ€hlt der Zustand des kompletten Antriebs: Kette, Kassette und Kettenblatt mĂŒssen die KrĂ€fte schlieĂlich weiterreichen.
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Deshalb wĂŒrden wir aktuell keinen pauschalen Gesamtsieger ausrufen. Wer Gewicht und regulĂ€res Drehmoment priorisiert, sollte den M2S genau ansehen. Wer maximale Boost-Leistung sucht, findet im M560RS einen spannenden Kandidaten. Die endgĂŒltige Entscheidung fĂ€llt mit dem passenden Serienbike, einer Probefahrt und einem ĂŒberzeugenden Serviceangebot.
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[faq title="HĂ€ufige Fragen zu Avinox und Bafang" title_tag="h2"]
Q: Welcher Motor hat das höchste Drehmoment?
A: Im Boost erreichen Avinox M2S und Bafang M560RS mit 48 Volt jeweils 150 Nm. Ohne Boost liegt der M2S mit 130 Nm vor dem M560RS mit 120 Nm.
Q: Liefert jeder M560RS 1.700 Watt?
A: Nein. Bafang nennt 1.700 Watt fĂŒr die 48-Volt-Version im Boost-to-Limit-Modus. Bei 36 Volt betrĂ€gt die veröffentlichte Spitzenleistung 1.400 Watt.
Q: Warum hat der Avinox M2S je nach Bike unterschiedlich viel Leistung?
A: Der Akku begrenzt die mögliche Leistungsabgabe mit. FP700 und RS800 ermöglichen bis zu 1.500 Watt im Boost, FS600 und FS800 maximal 1.300 Watt.
Q: Sind 1.700 Watt bei einem Pedelec erlaubt?
A: Die Spitzenleistung allein entscheidet das nicht. FĂŒr die Fahrradeinstufung gelten in Deutschland unter anderem höchstens 250 Watt Nenndauerleistung sowie progressiv abnehmende UnterstĂŒtzung, die spĂ€testens bei 25 km/h und beim Tretstopp endet. MaĂgeblich ist das regelkonforme Gesamtfahrzeug.
Q: Welches System bietet mehr Reichweite?
A: Das lÀsst sich ohne konkrete Bikes nicht bestimmen. Entscheidend sind nutzbare Akkuenergie und Verbrauch auf derselben Strecke. Ein höherer Drehmomentwert belegt weder mehr noch weniger Reichweite.
[/faq]
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