Fischer E-Bike Fehlercodes: Ursachen & Lösungen

Dein Fischer E-Bike zeigt „ERROR 21“ oder „30“ im Display? Dann ist der wichtigste Schritt nicht das Nachschlagen des Codes, sondern das Erkennen deines Displays. Bei Fischer kann dieselbe Nummer je nach Display etwas völlig anderes bedeuten – wir zeigen dir, wie du das auseinanderhältst.

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Fischer ist eine Marke der MTS Group aus Rülzheim und ist vor allem über den Handel weit verbreitet. Im Lauf der Jahre hat Fischer sehr unterschiedliche Antriebe verbaut: Frontnabenmotoren, Heckmotoren und Mittelmotoren, teils als eigener Fischer Silent-Drive, teils von Bafang oder Brose. Dazu kommen mehrere Display-Generationen.

Genau das ist der Grund, warum Fehlercode-Listen im Internet bei Fischer so oft widersprüchlich sind. Laut der offiziellen Fischer-Systemanleitung bedeutet die 21 an einem LCD 500 „Motor überlastet“, an der Bedieneinheit Comfort „Thermofühler defekt“ und am LCD 1300 „Speedsensor – kein Signal“. Wer das Display nicht kennt, sucht an der falschen Stelle.

Welches Display hat dein Fischer?

Die Displaybezeichnung steht meist auf dem Gerät selbst oder in der Bedienungsanleitung deines Modelljahrs.

Fischer-Displays und wie sie Fehler anzeigen

DisplayAussehenFehleranzeige
LED 300Einfache Bedieneinheit am linken Griff mit LEDs statt BildschirmBestimmte LEDs blinken
Bedieneinheit ComfortKompaktes Bedienteil mit Joystick und Display am linken GriffZweistelliger Fehlercode
LCD 500 / LCD 800Mittiges LCD-Display mit separater Bedieneinheit„ERROR“ in der Infozeile plus Nummer
LCD 900LCD-Display mit Bluetooth, Watt- und PulsanzeigeFehlercode im Display
LCD 1300LCD mit Info-Taste, speichert die letzten 10 FehlerFehlersymbol plus Nummer

Neuere Fischer-Modelle können andere Displays haben. Die Systemanleitung zu deinem Modelljahr findest du auf der Fischer-Service-Website – dort steht die exakt passende Fehlerliste.

LCD 500 und LCD 800: die drei Grundcodes

Fehlercodes LCD 500 und LCD 800

CodeBedeutungWas du tun kannst
21Motor überlastetBelastung reduzieren (Steigung, Zuladung, Anhänger), stärker mittreten; ist der Motor ausgefallen, etwa 5 Minuten abkühlen lassen und Motorstecker auf festen Sitz prüfen
23Kurzschluss im Motor bzw. MotorkabelMotorkabel auf Brüche prüfen, Service kontaktieren
30KommunikationsfehlerSteckverbindung des Displays lösen und wieder zusammenstecken, mindestens zweimal wiederholen

LCD 900

Fehlercodes LCD 900

CodeBedeutungWas du tun kannst
21Motor überlastetBelastung reduzieren, Motor ggf. 5 Minuten abkühlen lassen, Motorstecker prüfen
22 / 23 / 24AntriebsfehlerService kontaktieren
25BremsdefektService kontaktieren
30KommunikationsfehlerDisplay-Steckverbindung mehrmals trennen und neu verbinden

LCD 1300

Fehlercodes LCD 1300

CodeBedeutungWas du tun kannst
06TiefentladeschutzAkku aufladen
07ÜberstromabschaltungSystem aus- und einschalten, Akku prüfen; bleibt es, Service
08Fehlfunktion Motor-HallsensorNeustart, sonst Service
09Fehlfunktion MotorphaseMotoreinheit prüfen lassen, Service
10Motor zu heißUnterstützung reduzieren, stärker mittreten, ggf. 5 Minuten Pause
11Controller zu heißUnterstützung reduzieren, ggf. 5 Minuten Pause
12Fehlfunktion LeistungssensorNeustart, sonst Service
21Speedsensor – kein SignalAbstand Magnet zu Sensor prüfen, Speedsensor prüfen
30KommunikationsfehlerDisplay-Steckverbindung prüfen, probehalber 2 bis 3 Mal trennen und verbinden

Praktisch: Das LCD 1300 speichert die letzten zehn Fehlercodes, die du im Menü mit der Info-Taste durchschalten kannst. Notier sie dir, bevor du beim Service anrufst.

Bedieneinheit Comfort

Die Bedieneinheit Comfort hat die ausführlichste Fehlerliste aller Fischer-Displays. Die wichtigsten Codes im Überblick:

Fehlercodes Bedieneinheit Comfort

CodeBedeutungWas du tun kannst
01 / 08Ladezustand bzw. Daten einer Komponente werden nicht korrekt übertragenService kontaktieren
10 / 12Akkuspannung zu niedrig bzw. Akku fast oder ganz leerAkku aufladen
11Akkuspannung zu hochSystem aus- und einschalten, sonst Service
20Elektrische Messungen fehlerhaftNeustart, sonst Service
21Thermofühler defektNeustart, sonst Service
24Interne Spannung außerhalb des ArbeitsbereichsAkku aufladen
25Fehler in der MotorstrommessungNeustart, sonst Service
26Software-Reset wurde durchgeführtNeustart, sonst Service
31Kurzschluss an der BeleuchtungLicht oder Lichtkabel tauschen lassen
40 / 41Überstrom im MotorWeniger Kraft auf die Pedale, Unterstützung reduzieren
42 / 43 / 46Störung der Motordrehung, Kurzschluss im Motor bzw. keine Motorbewegung trotz StromflussNeustart, sonst Service
44Motor überhitztUnterstützung reduzieren, Pause machen
60Datenaustausch auf dem CAN-Bus unterbrochenKabel und Steckverbindungen aller Komponenten prüfen
70 bis 73Pedalkraft oder Pedaldrehung wird nicht korrekt erkannt, Verbindung zum Pedalkraftsensor gestörtNeustart, sonst Service
74 / 80 / 83 / 84Daten-, Programm- oder MotorparameterfehlerNeustart, sonst Service
81Geschwindigkeitssignal wird nicht erkanntSpeichenmagnet korrekt gegenüber dem Sensor ausrichten
82Programm wurde manipuliertNeustart, sonst Service

LED 300: Fehler über Blinkmuster

Ohne Bildschirm zeigt die LED-300-Bedieneinheit Fehler über die LEDs an:

Blinkcodes LED 300

LED blinktBedeutungWas du tun kannst
LED 1Motor überlastetBelastung reduzieren, stärker mittreten, ggf. 5 Minuten abkühlen lassen, Motorstecker prüfen
LED 1 + 2Kurzschluss im Motor bzw. MotorkabelKabel auf Brüche prüfen, Service
LED 1 + 2 + 3KommunikationsfehlerDisplay-Steckverbindung mindestens zweimal trennen und neu verbinden

Die zwei Klassiker: Fehler 21 und Fehler 30

Fehler 21

An den LCD-Displays 500, 800 und 900 bedeutet 21 fast immer Überlastung. Typische Auslöser sind lange Steigungen im hohen Gang, viel Gepäck oder ein Anhänger bei Hitze. Schalte früher in einen leichteren Gang, tritt kräftiger mit und gönn dem Motor nach einem Ausfall rund fünf Minuten Pause. Prüfe danach, ob alle sichtbaren Motorstecker fest sitzen. Kommt die 21 dagegen an einem LCD 1300, suchst du am Speedsensor und Magneten.

Fehler 30

Die 30 ist ein Kommunikationsfehler zwischen Display, Controller und Motor. Die erste Maßnahme laut Fischer: Display-Steckverbindung lösen und wieder zusammenstecken – und das mehrmals, denn oft reicht das schon, um einen Wackelkontakt zu beheben. Feuchtigkeit ist ein häufiger Auslöser, vor allem nach Regen oder wenn das Rad draußen steht. Bleibt die 30 auch mit einem anderen Display bestehen, liegt das Problem meist tiefer, etwa am Controller oder an einem beschädigten Kabel – ein Fall für den Service.

Der Schnellcheck vor dem Service-Anruf

1. Neustart

System komplett ausschalten, ein paar Sekunden warten, wieder einschalten. Viele Fehler verschwinden laut Systemanleitung automatisch, sobald die Ursache behoben ist.

2. Akku und Ladestand

Ist der Akku ausreichend geladen und korrekt eingesetzt? Achtung beim 48-V-Gepäckträgerakku: Er rastet nicht selbst ein, sondern muss bis zum Anschlag eingeschoben und mit dem Schlüssel gesichert werden. Ohne sauberen Kontakt läuft der Antrieb nicht.

3. Stecker und Kabel

Display-Stecker lösen und neu verbinden, sichtbare Motorstecker auf festen Sitz prüfen, Kabel auf Knicke oder Scheuerstellen kontrollieren – vor allem am Lenker und im Bereich des Hinterrads.

4. Magnet und Sensor

Zeigt der Tacho 0 km/h oder meldet das Display einen Speedsensor-Fehler, prüf den Speichenmagneten am Hinterrad auf Sitz und Abstand.

5. Einstellungen im Display

Bei den Displays LCD 500, 800 und 900 müssen Akkuspannung, Akkukapazität und Radgröße korrekt eingestellt sein. Falsche Werte führen nicht unbedingt zu einem Fehlercode, aber zu falschen Anzeigen bei Geschwindigkeit, Akkustand und Reichweite.

Was du nicht selbst machen solltest

Fischer erlaubt laut Systemanleitung nur die dort beschriebenen Maßnahmen: Module dürfen nicht geöffnet oder zerlegt werden, Software-Updates übernimmt der Händler. Halte beim Kontakt mit dem Fischer-Service immer den Fehlercode, das Baujahr und die Modellbezeichnung vom Typenschild am Sattelrohr bereit.

Fischer gebraucht: worauf achten?

Fischer-E-Bikes sind gebraucht oft sehr günstig. Genau deshalb lohnt der Blick auf das System: Welcher Motor steckt drin, welches Display, welcher Akku mit 36 oder 48 Volt? Ersatzteile sind modellspezifisch, und ein Akku passt nicht automatisch in ein anderes Fischer-Modell. Bei einem geprüften Gebrauchtrad sind Akkuzustand, Motor und Verkabelung bereits kontrolliert – das nimmt einen großen Teil des Risikos.

Fazit

Bei Fischer entscheidet das Display über die Bedeutung eines Fehlercodes. Die 21 ist an einem LCD 500 eine Überlastung, am LCD 1300 ein Speedsensor-Fehler. Erkenne zuerst dein Display, dann findest du mit dieser Übersicht die passende Erklärung. Die meisten Meldungen haben einfache Ursachen: Überlastung, lose Stecker, Feuchtigkeit oder ein verrutschter Magnet. Bleibt ein Motor- oder Controllerfehler nach dem Neustart bestehen, hilft der Fischer-Service weiter.

Häufig gestellte Fragen zu Fischer Fehlercodes

Was bedeutet Fehler 21 bei meinem Fischer E-Bike?

Das hängt vom Display ab. An den Displays LCD 500, LCD 800 und LCD 900 bedeutet 21 „Motor überlastet“, an der Bedieneinheit Comfort „Thermofühler defekt“ und am LCD 1300 „Speedsensor – kein Signal“. Prüfe deshalb zuerst, welches Display an deinem Rad verbaut ist.

Was tun bei Fehler 30 am Fischer E-Bike?

Fehler 30 ist ein Kommunikationsfehler. Löse die Steckverbindung des Displays und stecke sie wieder zusammen, mindestens zweimal. Hilft das nicht, prüf die übrigen Stecker auf Feuchtigkeit und Oxidation. Bleibt der Fehler auch mit einem anderen Display bestehen, liegt die Ursache meist am Controller oder an einem Kabel.

Mein Fischer-Motor setzt am Berg aus – ist er defekt?

Meist nicht. An vielen Fischer-Displays meldet Code 21 dann eine Überlastung. Schalte früher in einen leichteren Gang, tritt stärker mit und lass den Motor nach einem Ausfall etwa fünf Minuten abkühlen.

Wo finde ich die Fehlerliste für mein Fischer-Modell?

In der Systemanleitung deines Modelljahrs. Fischer stellt die Anleitungen auf seiner Service-Website zum Download bereit. Dort stehen die Codes passend zu deinem Display.

Kann ich die Software meines Fischer E-Bikes selbst aktualisieren?

Nein. Laut Fischer-Systemanleitung sind Software-Updates Sache des Händlers.

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