DJI Avinox M2S & M2: 1.500 Watt und 150 Nm für dein E-MTB

DJI ist erst seit 2024 im Motorenmarkt aktiv – und sorgt mit dem Nachfolger des Avinox M1 gleich wieder für Gesprächsstoff. Der neue Avinox M2S liefert bis zu 1.500 Watt und 150 Nm Spitzendrehmoment, dazu eine neue 700-Wh-Batterie mit beeindruckender Ladezeit. Wir schauen uns an, was hinter den Zahlen steckt – und was das für dein nächstes E-MTB bedeutet.

DJI Avinox M2S & M2: Der stärkste E-MTB-Motor 2026
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Der ursprüngliche Avinox M1 war bereits ein Statement: 1.000 Watt Leistung, 120 Nm Drehmoment und dabei leichter als viele Full-Power-Konkurrenten von Bosch, Shimano oder Brose. Mit M2 und M2S legt DJI jetzt spürbar nach – und macht damit ausgerechnet den etablierten Herstellern das Leben schwerer. Wie eng das Feld der E-MTB-Motoren inzwischen wirklich beieinanderliegt, zeigt unser E-Bike-Motoren-Vergleich – DJI stößt dort gerade mit vollem Schwung hinein.

Avinox M2 und M2S: zwei Motoren, ein gemeinsamer Kern

DJI bringt die neue Plattform in zwei Ausführungen auf den Markt. Der M2 ist die "vernünftigere" Variante – wobei selbst das inzwischen kurios klingt: Auch er liefert im Boost-Modus bis zu 1.100 Watt und 125 Nm. Der M2S geht noch einen Schritt weiter:

  • Bis zu 1.500 Watt Spitzenleistung
  • Bis zu 150 Nm Drehmoment im Boost-Modus
  • Ein Unterstützungsverhältnis von bis zu 800 Prozent

Das ist aktuell die höchste Leistungsdichte, die es in einem seriennahen E-MTB-Motor gibt – und das in einem Gehäuse, das kaum größer ist als das des M1. Möglich macht das unter anderem eine neue Wickeltechnik im Motor: flach gewickelte Kupferdrähte statt klassischer Runddrähte. Dadurch passt mehr Kupfer auf denselben Raum, das Magnetfeld wird stärker, und die Leistungsdichte steigt – beim M2 um rund 4,6 Prozent, beim M2S sogar um etwa 26 Prozent gegenüber dem M1.

Die neue FP700-Batterie: mehr als nur ein Akku-Upgrade

Die Schlagzeilen drehen sich meist um 1.500 Watt und 150 Nm. Verständlich, diese Zahlen ziehen Aufmerksamkeit – die eigentliche Entwicklungsarbeit steckt aber mindestens genauso stark im Batteriesystem. Ein Motor kann solche Leistungswerte nämlich nicht aus dem Nichts erzeugen: Die Batterie muss dafür enorme Ströme liefern können. Genau hier setzt die neue FP700-Batterie an.

Zentral dafür sind sogenannte 4680-Zellen – der Name beschreibt schlicht das Zellformat: 46 mm Durchmesser, 80 mm Höhe. Größere Zellen bedeuten weniger Einzelzellen und damit weniger elektrische Verbindungsstellen, was Wärmeentwicklung, Stromabgabe und Effizienz spürbar verbessert. Bekannt ist die Technologie bislang vor allem aus der Automobilbranche, insbesondere von Tesla.

Genauso spannend wie die Leistungsabgabe ist die Ladegeschwindigkeit. DJI bietet zwei Ladegeräte an: einen kompakten 4-A-Charger mit 168 Watt und einen deutlich aggressiveren 12-A-Fast-Charger mit 508 Watt. Für die FP700-Batterie nennt Avinox offiziell rund 1 Stunde 16 Minuten von 0 auf 80 Prozent und etwa 1 Stunde 55 Minuten bis zur Vollladung. In ersten Praxismessungen lag die 700-Wh-Batterie mit dem 12-A-Charger sogar bei rund 1 Stunde 47 Minuten für eine Komplettladung, die größere 800-Wh-Variante bei etwa 2 Stunden 20 Minuten. Wer wissen will, wie sich das im Alltag mit anderen Systemen vergleicht, findet in unserem Ratgeber Wie schnell lädt ein E-Bike-Akku? die Einordnung.

Ein vernetztes Gesamtsystem statt nur Motor plus Akku

Was am Avinox-System auffällt: DJI denkt das E-MTB offensichtlich nicht nur als Fahrrad mit Motor, sondern als digitales Gesamtsystem. Konkret bringt die Plattform mit:

  • Navigation mit GPX-Import – Routen lassen sich importieren und direkt am Display mit Turn-by-Turn-Hinweisen nutzen.
  • Komoot-Integration – Tourenplanung und Navigation sind enger mit bekannten Routen-Apps verknüpft.
  • Apple Find My – kompatible Bikes lassen sich in Apples Suchnetzwerk einbinden, ein echter Pluspunkt beim Diebstahlschutz.
  • Touchscreen-Display als Schaltzentrale für Einstellungen, Navigation und Fahrdaten.
  • Herzfrequenzsteuerung – der Motor kann seine Unterstützung an eine definierte Puls-Zone anpassen.
  • App-basierte Feinabstimmung von Unterstützungsmodi, Startverhalten, Nachlauf und Boost.
  • DJI-Actioncam-Integration sowie Lichtsteuerung übers Display für kompatible Beleuchtung.

Für Vielfahrer, die ihr E-MTB ohnehin mit Smartphone und Tracking-App nutzen, ist das ein echter Mehrwert – für Fahrer:innen, die einfach nur fahren wollen, bleibt es zumindest optional.

Leiser, effizienter, ausgereifter: M2S gegen M1

Ein Kritikpunkt am ursprünglichen M1 war spürbares Klackern im Getriebe auf ruppigen Abfahrten. DJI hat das Innenleben bei M2 und M2S deshalb überarbeitet: schräg verzahnte Zahnräder (Helical Gears) sollen die Kraftübertragung harmonischer machen und Geräusche reduzieren, ein zusätzliches Dual-Gear-Engagement-System minimiert Spiel im Getriebe. Auf Abfahrten laufen die neuen Motoren dadurch deutlich ruhiger als der M1 – und laut ersten Tests mit einem Wirkungsgrad von rund 81 Prozent auch spürbar effizienter. Im E-Bike-Bereich sind selbst wenige Prozentpunkte an Effizienz relevant, gerade auf langen Touren.

KriteriumAvinox M2SAvinox M2Avinox M1
Gewichtca. 2,59 kgca. 2,65 kgca. 2,52 kg
Drehmoment (Standard / Boost)130 / 150 Nm110 / 125 Nm105 / 120 Nm
Drehmoment pro Kilogramm57,9 Nm/kg47,2 Nm/kg47,6 Nm/kg
Peak-Leistung (Boost)1.500 W1.100 W1.000 W
Unterstützungsverhältnis800 %800 %800 %
Geräuschentwicklungam niedrigstenniedrigmittel
SchutzklasseIP66IP66IP66

Welche E-Bikes bekommen den neuen Avinox-Motor?

Das vielleicht Bemerkenswerteste am M2S ist gar nicht der Motor selbst, sondern wie schnell komplette Bike-Marken darauf aufspringen. DJI spricht von Partnerschaften mit rund 60 Marken – und Avinox landet dabei längst nicht nur im klassischen Enduro-Segment.

Mondraker Zendit

Das Mondraker Zendit war eines der ersten Bikes, die öffentlich mit dem M2S auftauchten – noch bevor DJI den Motor offiziell vorgestellt hatte. Carbonrahmen, 165 mm Federweg, drei angekündigte Ausstattungsvarianten vom Zendit RR bis zum Fox-Podium-ausgestatteten Zendit XR.

Atherton S.170E

Athertons erstes E-MTB zeigt, wie stark sich Avinox inzwischen auch im High-End-Segment etabliert: M2S-Motor, 170 mm Federweg und die individualisierbaren Geometrieoptionen, für die die Marke bekannt ist. Besonders interessant ist die Integration der kompakten 700-Wh-Batterie.

Pivot Shuttle AMPD

Pivot positioniert das Shuttle AMPD klar im aggressiven All-Mountain-Segment: 150 mm Federweg hinten, 160-mm-Gabel vorne, dazu die große 800-Wh-Batterie für lange, schnelle Abfahrten und kräftige Anstiege. Bemerkenswert: Pivot bietet parallel weiterhin Bosch-Bikes an und positioniert Avinox bewusst als eigenständige High-Performance-Plattform.

Velduro Phantom

Während die meisten Marken Avinox aktuell in Enduro-Bikes verbauen, bringt Velduro den M2 erstmals ernsthaft ins Gravel-Segment. Zahlreiche Bikepacking-Montagepunkte, Carbonrahmen und die kleinere 600-Wh-Batterie – spannend zu beobachten, wie sich so viel Motorleistung auf einem Gravel-Bike anfühlt.

Commencal Meta Power SX Avinox

Das Meta Power SX kombiniert den M2S mit 160 mm Federweg hinten und 170-mm-Gabel vorne. Typisch Commencal wirkt das Bike dabei weniger wie ein "E-Bike mit Unterstützung" und eher wie ein selbstshuttelndes Mini-DH-Bike.

Wichtig für die Einordnung: Keines dieser Modelle ist aktuell refurbished bei Upway erhältlich – die Plattform ist schlicht zu neu. Was du aber heute schon bekommst, sind ausgereifte, geprüfte E-MTBs mit etablierten Motorsystemen, die genauso viel Fahrspaß liefern.

Avinox im Refurbishment: Wie wir das System einschätzen

Im Refurbishment schauen wir deutlich tiefer als nur auf Drehmoment und Peak-Wattzahlen. Entscheidend ist für uns, wie sich ein System diagnostizieren, warten und langfristig beurteilen lässt. Genau dort macht Avinox einen guten Eindruck: starke Sensorintegration und eine moderne Softwarearchitektur lassen sich präziser auslesen und bewerten als bei älteren, stärker fragmentierten Plattformen. Wie stark ein E-MTB-Motor seine Leistung tatsächlich auf die Straße bringt, hängt ohnehin von mehr als der Watt-Zahl ab – mehr dazu in Wie stark unterstützt ein E-Bike-Motor wirklich?. Und wer sich fragt, wie sich Mittelmotoren wie der Avinox grundsätzlich von Front- oder Heckantrieben unterscheiden, findet die Einordnung in Mittelmotor, Frontmotor oder Heckmotor. Genauso zählt für uns, wie ruhig ein Motor über Jahre bleibt – ein Kriterium, das wir in Welcher E-Bike-Motor ist der leiseste? regelmäßig unter die Lupe nehmen, und bei dem der M2S laut ersten Tests bereits gut abschneidet.

Passende E-Bikes entdecken

Auch wenn Avinox-Bikes noch nicht refurbished bei uns stehen: Wenn dich die Richtung – kompakt, leistungsstark, digital vernetzt – begeistert, findest du bei uns schon heute geprüfte E-MTBs mit vergleichbarem Anspruch. Ein guter Startpunkt für Full-Suspension-Modelle im Enduro/All-Mountain-Bereich:

Weitere Kategorien, die zum Thema passen:

E-Mountainbikes allgemein, E-MTB Hardtail, E-Bikes mit Mittelmotor, E-Bikes mit Bosch-Motor (zum direkten Vergleich), Gravel-E-Bikes, Cube Fully-E-MTBs, Giant E-Mountainbikes und Leichte E-Bikes.

Fazit

DJI hat sich mit Avinox innerhalb kürzester Zeit vom Außenseiter zu einem der technologisch spannendsten Player im E-Bike-Markt entwickelt. Die Kombination aus hoher Leistungsdichte, moderner Batterietechnologie, kurzen Ladezeiten und einem ungewöhnlich stark integrierten digitalen Ökosystem macht anderen Herstellern das Leben schwer.

Wer ein E-Bike mit 1.500 Watt für aggressive Uphill-Sessions fahren und es in unter zwei Stunden wieder voll aufladen kann, verändert sein Nutzungsverhalten spürbar Richtung "fahren, laden, wiederholen". Wir sind gespannt, die ersten E-Bikes mit DJI Avinox M2 oder M2S auch im Refurbishment bei uns zu haben – mit dem Vorgänger M1 haben wir bereits gute Erfahrungen gemacht.

Häufig gestellte Fragen zu DJI Avinox M2S & M2

Wie viel Leistung hat der DJI Avinox M2S?

Der Avinox M2S liefert bis zu 1.500 Watt Peak-Leistung und 150 Nm Drehmoment im Boost-Modus. Damit gehört er aktuell zu den leistungsstärksten seriennahen E-MTB-Motoren überhaupt.

Was ist der Unterschied zwischen Avinox M2 und M2S?

Der M2S ist die High-End-Version der Plattform und nutzt unter anderem Flat-Wire-Kupferwicklungen für höhere Leistungsdichte. Der M2 bietet bis zu 1.100 Watt und 125 Nm, der M2S bis zu 1.500 Watt und 150 Nm.

Warum ist die neue FP700-Batterie so wichtig?

Die FP700-Batterie nutzt moderne 4680-Zellen mit hoher Energiedichte und besonders hoher Stromabgabe. Nur dadurch kann das System die hohen Leistungswerte des M2S überhaupt dauerhaft bereitstellen.

Wie schnell lädt das Avinox M2- und M2S-System?

Mit dem 12-A-Fast-Charger lädt die 700-Wh-Batterie laut Hersteller in rund 1 Stunde 16 Minuten auf 80 Prozent. In ersten Praxistests wurde sie sogar in etwa 1 Stunde 47 Minuten vollständig geladen.

Welche Bikes nutzen bereits den neuen Avinox M2S?

Zu den ersten Modellen gehören das Mondraker Zendit, das Atherton S.170E, das Pivot Shuttle AMPD, das Commencal Meta Power SX Avinox und das Velduro Phantom Gravelbike (mit dem kleineren M2). DJI arbeitet nach eigenen Angaben inzwischen mit rund 60 Marken zusammen.

Gibt es DJI-Avinox-Bikes refurbished bei Upway?

Noch nicht – die Plattform ist zu neu für den Gebrauchtmarkt. Wir beobachten die Entwicklung aber genau und erwarten die ersten Avinox-Modelle im Refurbishment, sobald genug geprüfte Bestände verfügbar sind.

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