Das erste Mal E-Bike fahren: Tipps für Anfänger:innen
Rauf auf den Sattel, Motor an, losfahren? In der Praxis lohnt es sich, ein paar Minuten mehr zu investieren. E-Bike fahren lernen heißt vor allem: die Unterschiede zum normalen Fahrrad verstehen. Diese Tipps helfen dir bei deiner ersten Fahrt.
Allgemeine Sicherheitshinweise für E-Bike-Anfänger:innen
Das Herzstück deines neuen E-Bikes ist der Elektromotor, der dich beim Treten unterstützt. Weil du damit höhere Geschwindigkeiten erreichst als mit einem normalen Fahrrad, ist etwas mehr Vorsicht gefragt: Fahre in Fußgängerzonen langsam und behalte im Stadtverkehr die anderen Verkehrsteilnehmer:innen im Blick.
Zum Vergleich: Auf einem unmotorisierten Rad bist du im Schnitt mit rund 15 km/h unterwegs, auf einem E-Bike leicht mit 25 km/h oder mehr. Je nach Untergrund verdoppelt sich dadurch der Bremsweg. Andere Verkehrsteilnehmer:innen unterschätzen dein Tempo dabei oft, weil sie nicht auf den ersten Blick erkennen, dass du ein E-Bike fährst. Trag deshalb aus Sicherheitsgründen immer einen Fahrradhelm (Link: /collections/helme) – er verhindert keinen Unfall, schützt dich aber vor schweren Kopfverletzungen.
Sorge außerdem dafür, dass du bei jeder Tageszeit und jedem Wetter gut sichtbar bist. Eine gute Fahrradbeleuchtung (Link: /collections/beleuchtung), Reflektoren und eine Klingel gehören zur Grundausstattung. Wie du auch bei schlechtem Wetter sicher unterwegs bleibst, erfährst du in unseren Artikeln zum Fahren im Regen (Link: /blogs/news/e-bike-im-regen-fahren) und zu Motor und Akku bei Kälte (Link: /blogs/news/e-bike-fahren-bei-regen-und-kalte). Kontrolliere vor jeder Fahrt Bremsen, Beleuchtung und Reifendruck, und beachte beim Laden des Akkus immer die Herstellerangaben. Auch die richtige Reinigung deines E-Bikes (Link: /blogs/news/e-bike-reinigen) trägt zur Langlebigkeit der Komponenten – und damit zur Sicherheit – bei.
E-Bike fahren lernen: Übung macht die Meisterin
Genug Theorie – jetzt geht's los. Diese fünf Tipps erleichtern dir die erste Fahrt mit deinem neuen E-Bike.
Die 5 Tipps auf einen Blick
| Tipp | Kurz erklärt |
|---|---|
| 1. Die richtige Einstellung | Sattelhöhe, Lenkerposition und Bremsgriffabstand auf deinen Körper anpassen |
| 2. Geeignetes Übungsgelände | Erste Runden abseits des Stadtverkehrs drehen |
| 3. Langsam starten | Niedrigste Unterstützungsstufe wählen und dich langsam herantasten |
| 4. Kurvenfahren trainieren | Kurvenradius, Bremsverhalten und Pedalstellung in der Kurve üben |
| 5. Bremsen und Absteigen | Kontrolliertes Bremsen und sicheres Anhalten üben |
Tipp 1: Finde die richtige Einstellung
Für ein bequemes, rückenschonendes und vor allem sicheres Fahren sollte dein E-Bike perfekt auf deinen Körper eingestellt sein.
- Sattelhöhe: Stelle den Sattel so ein, dass deine Ferse bei durchgestrecktem Bein die Pedale gut erreicht. Steht dein Fußballen auf der Pedale, bleibt dein Knie leicht angewinkelt. Die Füße dürfen nicht von den Pedalen rutschen, der Sattel sollte waagerecht ausgerichtet sein.
- Position des Lenkers: Je höher der Lenker im Verhältnis zum Sattel steht, desto aufrechter sitzt du. Bei Sporträdern wie einem Trekking-E-Bike, E-Rennrad oder E-Mountainbike liegen Sattel und Lenker meist auf einer Ebene; bei einem City-E-Bike liegt der Lenker einige Zentimeter darüber. Deine Hände sollten entspannt auf den Griffen liegen.
- Abstand der Bremsgriffe zum Lenker: Arm und Hand sollten eine Linie bilden. Deine Finger sollten den Bremsgriff weder zu weit innen noch zu weit außen berühren.
Bei Upway bekommst du ein sorgfältig aufbereitetes E-Bike, das einen gründlichen Überholungs- und Inspektionsprozess durch erfahrene Mechaniker:innen durchlaufen hat. Trotzdem schadet es nicht, vor der ersten Fahrt selbst zu prüfen, ob die Bremsen greifen: Zieh am Bremshebel und beobachte, wie das Rad reagiert.
Tipp 2: Such dir ein geeignetes Übungsgelände
Damit du dein neues E-Bike in Ruhe kennenlernst, eignet sich für die erste Fahrt ein ruhiges Gebiet abseits des Stadtverkehrs. Drehe zunächst ein paar Runden und mach dich mit den Eigenheiten und der Funktionsweise deines E-Bikes (Link: /blogs/news/wie-funktioniert-ein-e-bike) vertraut.
Tipp 3: Starte langsam und taste dich Schritt für Schritt voran
Der Motor deines E-Bikes springt sofort an, wenn du in die Pedale trittst – beim Anfahren spürst du dabei einen kleinen Schub. Stelle zum Eingewöhnen die niedrigste Unterstützungsstufe am Bordcomputer ein und tastest dich erst an das maximale Unterstützungslevel heran, wenn du dich sicher fühlst. Probiere während der Fahrt auch den Schulterblick aus – gerätst du dabei ins Schlingern, kann ein Rückspiegel eine gute Lösung sein.
Tipp 4: Trainiere das Kurvenfahren
Fahre ein paar Kurven, um ein Gefühl für dein Elektrofahrrad zu bekommen. Durch das höhere Gewicht eines E-Bikes ist der Kurvenradius größer als bei einem herkömmlichen Rad.
So fährst du richtig um eine Kurve:
- Hör rechtzeitig auf zu treten, damit sich der Motor abschaltet.
- Bremse leicht ab, bevor du in die Kurve fährst.
- Lass das kurveninnere Pedal oben stehen, damit es nicht auf dem Boden schleift.
- Schau nicht nach unten, sondern dorthin, wo du hinfahren möchtest.
Tipp 5: Übe das Bremsen und das Absteigen
Im Straßenverkehr musst du jederzeit abbremsen und anhalten können. Suche dir dafür einen sicheren Haltepunkt, bremse und steige erst ab, wenn dein E-Bike stillsteht. Möchtest du am Berg absteigen, stell das Vorderrad quer zum Wegrand und halte die Bremse gezogen, damit dein E-Bike nicht wegrollt.
Wichtig beim Bremsen
Fahrsicherheitstraining bringt Routine
Radbeherrschung ist bei einem E-Bike noch wichtiger als bei einem unmotorisierten Fahrrad. Fühlst du dich trotz dieser Tipps noch nicht hundertprozentig sicher, lohnt sich ein Fahrsicherheitstraining. Viele Fahrradvereine bieten spezielle E-Bike-Kurse für Anfänger:innen an, in denen du unter Anleitung von Profis alles lernst, was du für den Straßenverkehr brauchst.
Nein. Ein Pedelec mit Unterstützung bis 25 km/h zählt rechtlich als Fahrrad und braucht weder Führerschein noch Kennzeichen. Anders sieht es bei S-Pedelecs mit Unterstützung bis 45 km/h aus – hier gelten Mofa-Regeln. Eine gesetzliche Helmpflicht gibt es für Pedelecs in Deutschland nicht, aus Sicherheitsgründen empfehlen wir ihn aber ausdrücklich – gerade wegen der höheren Geschwindigkeiten. Die meisten Fahrer:innen fühlen sich nach ein bis zwei Ausfahrten auf ruhigem Gelände sicher. Nimm dir für die erste Fahrt trotzdem bewusst Zeit statt gleich in den Stadtverkehr zu starten. Löse den Bremsdruck kurz, richte das Vorderrad gerade aus und bremse dann wieder dosiert. Genau das lässt sich am besten auf einem ruhigen Übungsgelände trainieren, bevor es ernst wird. Ja, vor allem durch das höhere Gewicht und die Motorunterstützung – Kurvenradius, Anfahren und Bremsweg unterscheiden sich spürbar. Genau deshalb lohnt sich eine erste Testphase auf ruhigem Gelände.Häufig gestellte Fragen für E-Bike-Einsteiger:innen
Brauche ich einen Führerschein für ein normales E-Bike (Pedelec)?
Muss ich beim E-Bike fahren einen Helm tragen?
Wie lange dauert es, sich an ein E-Bike zu gewöhnen?
Was mache ich, wenn ich beim Bremsen ins Schlingern komme?
Fährt sich ein E-Bike anders als ein normales Fahrrad?


