Bikepacking: Die richtige Ausrüstung für dein E-Bike Abenteuer

Upway Editorial Team, Spezialisten für refurbished E-Bikes

Aktualisiert am 3. April 2026  |  10 Min. Lesezeit

Bikepacking boomt - und das aus gutem Grund. Die minimalistische Art des Reisens mit dem Fahrrad verbindet Freiheit, Flexibilität und Naturerlebnis auf einzigartige Weise.

Besonders mit einem E-Gravel oder E-Mountainbike eröffnen sich völlig neue Möglichkeiten: Weitere Strecken, anspruchsvollere Routen und mehr Gepäck sind plötzlich kein Problem mehr. Doch damit dein erstes Bikepacking-Abenteuer zum Erfolg wird, brauchst du die richtige Ausrüstung.

In diesem Guide zeigen wir dir, worauf es beim Bikepacking mit dem E-Bike wirklich ankommt - von den wichtigsten Taschen über das optimale Schlafsystem bis hin zu E-Bike-spezifischen Besonderheiten. 
Das Ziel: Du sollst mit möglichst wenig Gewicht möglichst komfortabel unterwegs sein.

Was ist Bikepacking überhaupt?

Bikepacking bezeichnet das mehrtägige Radreisen mit minimalistischer Gepäck Ausstattung. Anders als beim klassischen Radtourismus mit Gepäckträgertaschen werden beim Bikepacking spezielle, rahmennahe Taschen verwendet, die direkt am Fahrrad befestigt werden. Das macht das Bike aerodynamischer, wendiger und trail-tauglicher.


Der Unterschied zum klassischen Radreisen liegt vor allem in der Philosophie: Beim Bikepacking zählt jedes Gramm, jedes Teil muss einen Zweck erfüllen, und die Route ist oft abseits asphaltierter Straßen. Es geht darum, mit möglichst wenig Equipment möglichst viel zu erleben - sei es ein "Overnighter" (eine Übernachtung) oder eine mehrtägige Tour durch die Alpen.

Warum E-Bikes perfekt fürs Bikepacking sind

E-Bikes und speziell E-Gravel-Bikes haben Bikepacking revolutioniert. Was früher nur
konditionsstarken Radfahrern vorbehalten war, ist heute auch für durchschnittlich Trainierte machbar:

 

Mehr Reichweite trotz Gepäck: Ein vollbepacktes Bikepacking-Setup wiegt schnell 8-12 kg
zusätzlich. Mit einem E-Bike spielt dieses Mehrgewicht eine deutlich geringere Rolle. Moderne E-Gravel-Bikes schaffen auch mit Gepäck 80-120 km pro Tag.

 

Steigungen werden beherrschbar: Die Alpencross-Route, die du dir schon immer vorgenommen hast? Mit 65-85 Nm Drehmoment und einem gut gefüllten Akku kein Problem mehr. Selbst 15-18% Steigungen mit 15-20 kg Gepäck meisterst du, ohne dich zu quälen.

 

Flexiblere Routenwahl: Du musst nicht mehr die flachste Route wählen oder Umwege um Berge machen. Mit elektrischer Unterstützung kannst du bewusst die schönsten und abgelegensten Wege wählen - auch wenn sie bergauf führen.

 

Längere Tagesetappen: Während beim klassischen Bikepacking oft nach 60-80 km Schluss ist, sind mit einem E-Bike auch 100-140 km möglich, ohne völlig erschöpft anzukommen. Das bedeutet: Du siehst mehr, kommst weiter und hast abends noch Energie für Lagerfeuer und Sternenhimmel.

Allerdings bringt das E-Bike auch spezifische Herausforderungen mit sich, auf die wir später eingehen.

Die drei Säulen der Bikepacking-Ausrüstung

Jede gute Bikepacking-Packliste basiert auf drei Kategorien, die du getrennt voneinander
optimieren solltest:

 

1. Taschensystem: Wo und wie packst du?
Das Taschensystem bestimmt, wie sich dein Rad fährt, wie schnell du packst und wie gut du
unterwegs an deine Ausrüstung kommst. Die richtige Gewichtsverteilung ist entscheidend für ein gutes Fahrgefühl.

 

2. Schlafsystem: Wie regenerierst du nachts?
Schlafsack, Isomatte und gegebenenfalls Zelt oder Tarp sorgen dafür, dass du nachts zur Ruhe kommst. Nach einem langen Tag im Sattel entscheidet die Schlafqualität darüber, ob du am nächsten Morgen erholt weiter fährst oder dich quälst.

 

3. Zusatzausrüstung: Was brauchst du sonst noch?
Kocher, Kleidung, Werkzeug, Elektronik, Hygieneartikel - die Kleinigkeiten, die den Unterschied zwischen Komfort und Frust ausmachen.Schauen wir uns die einzelnen Bereiche genauer an.

Bikepacking-Taschen: Das Herzstück deines Setups

Die Wahl der richtigen Taschen ist absolut entscheidend. Anders als klassische
Gepäckträgertaschen sitzen Bikepacking-Taschen direkt am Rahmen und halten das Gewicht tief und zentral am Rad. Das verbessert die Wendigkeit und macht das Bike Trail tauglich.

Die vier Haupttaschen

Satteltasche (liebevoll "Arschrakete" genannt)
Die Satteltasche ist die Königin deines Setups. Sie bietet mit 9-17 Litern das größte Volumen und nimmt typischerweise Schlafsack, Isomatte und Wechselkleidung auf.

 

Worauf du achten solltest:
• Kompression: Die Tasche muss sich komprimieren lassen, um auch mit wenig Inhalt nicht zu pendeln
• Befestigung: Gurtsysteme mit Woojin-Schnallen sind robust und zuverlässig
• Wasserdichtigkeit: Absolut essentiell, besonders für den Schlafsack
• Dropper-Post-Kompatibilität: Bei absenkbaren Sattelstützen wichtig

 

Top-Modelle 2026:
• Ortlieb Seat-Pack (11 L / 16,5 L): Der deutsche Klassiker, absolut wasserdicht, unzerstörbar. 345-490 g. Perfekt bei Dauerregen. Ab ca. 130 €
• Apidura Expedition Saddle Pack (9 L / 14 L / 17 L): Ultraleicht (325-425 g), dreilagiges Laminat, sehr formstabil. Für Race-orientierte Tourer. Ab ca. 145 €
• Topeak BackLoader X (10 L / 15 L): Hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis, sehr stabil, zusätzlicher Rücklicht-Halterungsgurt. Ab ca. 90 €
Cyclite Saddle Bag (verschiedene Größen): Testsieger 2025, extrem leicht, durchdachte Details. Teil des leichtesten Sets am Markt

Lenkertasche / Lenkerrolle
Die Lenkertasche sitzt quer am Lenker und nutzt dessen Breite effektiv. Hier verstaust du typischerweise Schlafsack, Kleidung oder Zelt.

 

Worauf du achten solltest:
• Breite: Bei Dropbars (Rennradlenker) muss sie zwischen die Unterlenker passen
• Stabilisierung: Schaumstoffklötze oder Gurte verhindern das Kippen nach unten
• Ventil: Für bessere Kompression sehr praktisch
• Abstandhalter: Verhindert Kontakt mit Kabeln und Bremsleitungen

- Volumen: Typischerweise 7-15 Liter

 

Top-Modelle 2026:
Ortlieb Handlebar Pack (15 L): Robust, 100% wasserdicht, für Flatbars optimiert. 491 g. Ab ca. 115 €
• Apidura Expedition Handlebar Pack (9 L / 14 L): Ultraleicht (250 g), zwei Roll-Top-Verschlüsse für schnellen Zugriff. Ab ca. 117 €
Vaude Trailfront (11 L): Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, schnell abnehmbar, Schaumstoffklötze inklusive. Ab ca. 85 €

Rahmentasche
Die Rahmentasche füllt das Rahmendreieck und ist ideal für schwere, häufig benötigte
Gegenstände: Werkzeug, Ersatzschlauch, Powerbank, Snacks, Kamera. Der Schwerpunkt liegt tief und zentral – perfekt für die Fahrdynamik.

 

Worauf du achten solltest:
• Größenanpassung: Muss zum Rahmendreieck deines Bikes passen (Hersteller bieten oft
Size-Finder)
• Zugänglichkeit: Reißverschlüsse auf beiden Seiten sind praktisch
• Kabelöffnung: Für Powerbank-Ladekabel nützlich
• Trennwand: Hält Ordnung, schützt Elektronik vor Werkzeug

Volumen: Je nach Rahmengröße 3-6 Liter

 

Top-Modelle 2026:
• Apidura Expedition Full Frame Pack: Drei Fächer, wasserdichte Trennwand, Kabelöffnung. Verschiedene Größen. Ab ca. 109 €
• Ortlieb Frame Pack: Deutsche Qualität, verschweißte Nähte, extrem robust. Ab ca. 95 €
• Cyclite Frame Bag XT: Leichtbau-Champion, durchdachtes Innenleben. Ab ca. 80 €
 

Oberrohrtasche
Die kleinste Tasche im Setup (0,5-1 Liter), aber extrem praktisch für Snacks, Smartphone,
Geldbeutel – alles, was du während der Fahrt schnell griffbereit haben möchtest.
Besonderheit: Manche Modelle haben eine durchsichtige Oberseite zur Smartphone-Navigation oder Kabeldurchführung für Powerbanks.

Zusatztaschen für mehr Volumen

Gabeltaschen
Für längere Touren oder wenn du mehr Volumen brauchst, bieten sich Gabeltaschen an. Sie
werden links und rechts an den Gabelholmen befestigt und fassen jeweils 2-4 Liter. Ideal für
Kochequipment, Verpflegung oder Werkzeug.

 

Top-Gabeltaschen: 
Ortlieb Fork Pack, Apidura Backcountry Fork Bags

Die besten Taschen-Sets 2026: Drei Empfehlungen

Wenn du ein komplettes Set kaufen möchtest, hast du die Wahl zwischen verschiedenen
Philosophien:

 

1. Cyclite - Der Leichtbau-Champion (Testsieger)
• Gesamtgewicht: Nur 900 g bei 30 Litern Volumen
• Besonderheit: Extrem durchdacht, viele clevere Details, deutsches Design• Für wen: Race-orientierte Bikepacker, Ultracycling, Gravel-Rennen
• Preis: Set ca. 420-480 €

 

2. Ortlieb - Der Unzerstörbare
• Gesamtgewicht: Ca. 1.900 g bei 38 Litern Volumen
• Besonderheit: 100% wasserdicht, deutsche Fertigung, lebenslange Haltbarkeit
• Für wen: Dauerregen-Touren, Expedition, Vielfahrer die ein "Buy-it-for-life" Produkt wollen
• Preis: Set ca. 450-520 €

 

3. Vaude - Nachhaltigkeit groß geschrieben, kein PVC, vegan, recyceltes Polyamid und upway Favorit
• Gesamtgewicht: Ca. 2145 g bei 24 Litern Volumen
• Besonderheit: Sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, robuste Verarbeitung
• Für wen: Budget- und Umweltbewusste Käufer
• Preis: Set 370 €

 

Weitere empfehlenswerte Marken: Apidura (Premium, ultraleicht), Restrap (handgefertigt in UK), Vaude (umweltfreundlich), Topeak (innovatives Quick-Mount-System), Revelate Designs (aus Alaska, für härteste Bedingungen)

Gewichtsverteilung: So packst du richtig

Die richtige Gewichtsverteilung ist entscheidend für das Fahrverhalten deines E-Bikes:

 

Schwere Gegenstände:
• In die Rahmentasche (tiefer Schwerpunkt, zentral)
• Batterien, Werkzeug, Powerbank, schwere Verpflegung

Leichte, voluminöse Gegenstände:
• In Satteltasche und Lenkertasche
• Schlafsack, Kleidung, Isomatte, Zelt

Häufig benötigte Dinge:
• In Oberrohrtasche und Rahmentasche
• Snacks, Smartphone, Sonnencreme, Erste-Hilfe-Set

 

Ziel: Etwa 60% des Gewichts vorne, 40% hinten. Bei E-Bikes kannst du etwas mehr Gewicht hinten tolerieren, da der Motor im Tretlager für einen tiefen Schwerpunkt sorgt.

Das Schlafsystem: Erholung ist alles

Nach einem langen Tag im Sattel ist guter Schlaf Gold wert. Dein Schlafsystem bestimmt, ob du erholt weiter fährst oder dich durch den nächsten Tag quälst. Dabei gibt es drei Komponenten, die optimal aufeinander abgestimmt sein sollten:

Die Isomatte: Dein Fundament

Die Isomatte ist wichtiger als viele denken. Du verlierst nachts deutlich mehr Wärme über den Boden als über die Luft. Ohne gute Bodenisolierung bringt selbst der beste Schlafsack nur 60-70% seiner Leistung.

Die drei Isomatten-Typen:

 

Aufblasbare Luftmatten
• Vorteile: Leichteste und kompakteste Option, bester Komfort, kleinste Packmaße (ca. Ø 10 × 22 cm)
• Nachteile: Pannengefahr (lösen lässt sich mit Patch-Kit), müssen aufgeblasen werden, die Therm-a-Rest ist laut (beim nächtlichen Umdrehen)
• Gewicht: 300-500 g
• Typischer R-Wert: 2-5
• Ideal für: Gewichtsbewusste Bikepacker, minimalistische Setups, trockene Bedingungen

 

Top-Modelle:
• Therm-a-Rest NeoAir XLite NXT: 369 g, R 4,5, extrem kompakt. Der Klassiker. Ca. 180 €
• Sea to Summit Ultralight Insulated: 430 g, R 3,3, sehr leise, gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Ca. 140 €
• Exped UltraLight SynMat: 385 g, R 3,5, besonders robustes Laminat. Ca. 170 €

 

Selbstaufblasende Matten
• Vorteile: Guter Kompromiss aus Komfort und Robustheit, bequem, weniger pannengefährdet
• Nachteile: Schwerer (600-900 g), größeres Packmaß
• Typischer R-Wert: 3-6
• Ideal für: Komfort-orientierte Touren, kühle Jahreszeiten, Bikepacker die Wert auf Schlafqualität legen

Schaumstoffmatten (CCF – Closed Cell Foam)
• Vorteile: Unzerstörbar, extrem günstig (ab 15 €), kein Aufblasen, keine Pannengefahr, kann als Sitzmatte dienen
• Nachteile: Wenig Komfort, sperriges Packmaß, muss außen am Rad befestigt werden
• Gewicht: 200-400 g
• Typischer R-Wert: 1,5-2,5
• Ideal für: Ultralight-Puristen, als Backup-Matte, in Kombination mit aufblasbarer Matte

 

Top-Modelle:
• Therm-a-Rest Z-Lite Sol: Klassiker, faltbar, 410 g, R 2,6. Ca. 55 €
• Nemo Switchback: Leichter (340 g), etwas komfortabler. Ca. 45 €

 

Der R-Wert: Was bedeutet er?
Der R-Wert (R = Resistance) gibt an, wie gut die Matte gegen Kälte vom Boden isoliert. Je höher, desto besser:
• R 1-2: Nur für warme Sommernächte (ab 15°C)
• R 2-3: Sommer bis Frühherbst (ab 10°C)
• R 3-4: Drei-Jahreszeiten-Matte, optimal für die meisten Bikepacking-Touren (ab 0°C)
• R 4-5: Herbst bis Frühling (bis -5°C)
• R 5+: Winter-Camping

 

Profi-Tipp: Du kannst R-Werte addieren, indem du Matten übereinander legst. Viele
Ultralight-Bikepacker nutzen eine dünne CCF-Matte (R 1,5) + eine leichte aufblasbare Matte (R 3) = R 4,5. Das gibt zusätzlichen Pannenschutz und erhöht die Isolation.

 

Praktische Anforderungen:
• Mindestdicke: 5 cm, für Seitenschläfer 7 cm
• Länge: Regular (183 cm) reicht meist, wer über 185 cm groß ist, braucht Long
• Breite: Standard 51 cm, Wide 64 cm (mehr Komfort, aber mehr Gewicht und Packmaß)

 

Empfehlung für E-Bike-Bikepacking:
Da das Gewicht beim E-Bike weniger kritisch ist, empfehlen wir eine komfortable selbstaufblasende Matte oder eine hochwertige aufblasbare Matte mit R-Wert 3-4. Die paar hundert Gramm mehr zahlen sich durch deutlich besseren Schlaf aus.

Der Schlafsack: Wärme für die Nacht

Der Schlafsack ist deine Heizung für die Nacht. Die Wahl hängt von der Jahreszeit, deinem
Kälteempfinden und dem verfügbaren Packmaß ab.

 

Die zwei Hauptfüllungen:

 

Daunenschlafsäcke
• Vorteile: Leichter (400-700 g), kleineres Packmaß, besseres Wärme-Gewicht-Verhältnis
• Nachteile: Teurer, verliert Isolation bei Nässe, braucht längere Trocknungszeit, höherer
Pflegeaufwand
• Ideal für: Trockene Touren, minimalistisches Bikepacking, Gewichtsfetischisten
Angabe: Die Füllmenge wird in Gramm angegeben, die Qualität in "Cuin" (Bauschkraft). 800+ Cuin ist hochwertig.

Kunstfaserschlafsäcke
• Vorteile: Günstiger, wärmt auch feucht, trocknet schnell, pflegeleicht, robuster
• Nachteile: Schwerer (700-1.100 g), größeres Packmaß
• Ideal für: Wechselhaftes Wetter, häufige Nutzung, Budget-bewusste Bikepacker

 

Die drei Temperaturangaben (EN 13537):
Jeder Schlafsack hat drei Temperaturwerte nach europäischer Norm:
• Komfortbereich (Comfort): Die Temperatur, bei der eine "Norm-Frau" komfortabel schläft
• Grenzbereich (Limit): Die Temperatur, bei der ein "Norm-Mann" gerade noch nicht friert
• Extrembereich (Extreme): Überlebensgrenze, nicht für erholsamen Schlaf gedacht
Faustregel: Richte dich nach dem Komfortwert und rechne 5°C Reserve ein.

 

Empfehlungen nach Jahreszeit:
• Sommer-Touren (Juni-August): Komfort +10°C reicht. Leichte Kunstfaser oder Daune, 500-700 g
• Frühling/Herbst (April-Mai, Sept-Okt): Komfort 0 bis +5°C. Drei-Jahreszeiten-Schlafsack,
800-1.000 g
• Ganzjahres-Setup: Zwei Schlafsäcke (Sommer + Winter) die ineinander gesteckt werden können

Mumienschlafsack vs. Quilt:
• Mumienschlafsack: Klassische Form mit Kapuze, eng anliegend, speichert Wärme effizient. Standard-Wahl.
• Quilt: Offener "Schlafsack" ohne Rücken und Kapuze, 25% leichter bei gleicher Wärmeleistung. Wird mit Gurten an der Isomatte fixiert. Für Bauchschläfer und Minimalisten. Erfordert Eingewöhnung.

 

Top-Empfehlungen 2026

 

Daunenschlafsäcke:
• Sea to Summit Spark 0°C: 625 g, Komfort 0°C, 850 Cuin Daune, sehr kleines Packmaß. Ca. 380 €
• Cumulus Lite Line 200: 580 g, Komfort ca. +5°C, polnische Daune, tierfreundlich. Ca. 220 €

Kunstfaserschlafsäcke:
• Mountain Equipment Starlight II: 945 g, Komfort 0°C, robust, gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Ca. 180 €
• Deuter Orbit 0°: 1.120 g, Komfort -4°C, sehr warm, ideal für kälteempfindliche. Ca. 140 €

Quilts:
• Cumulus Quilt 450: 690 g, bis ca. +5°C, 850 Cuin, komplett zu öffnen (kann als Decke dienen). Ca. 250 €
• Thermarest Vesper 45: 340 g, bis ca. +15°C, nur 160 g Füllung, Ultralight-Option. Ca. 320 €

Zelt, Tarp oder Biwaksack?

Die Frage nach der Übernachtungs-Location spaltet die Bikepacking-Community

 

1-Personen-Zelt: Der Komfort-Standard
Ein ultraleichtes Einpersonenzelt bietet Schutz vor Regen, Wind, Insekten und gibt dir Privatsphäre.

 

Vorteile:
• Zuverlässiger Wetterschutz
• Gefühl von Sicherheit
• Mücken- und Insektenschutz
• Privatsphäre

Nachteile:
• Höheres Gewicht (900-1.500 g)
• Größeres Packmaß
• Aufbauzeit

 

Top-Modelle für Bikepacking:
Budget (unter 200 €):
• Naturehike Cloud Up 2: 1.800 g, 2-Personen, freistehend, sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Ca. 150 €
• Night Cat Ultraleicht: 450 g (ohne Innenzelt!), nur mit Tarp, sehr kompakt. Ca. 80 €
Mittelklasse (200-500 €):
• Durston X-Dome 1+: 1.350 g, sehr geräumig für 1 Person, robustes Design. Ca. 350 €
• OneTigris Stella 2: Freistehendes Zelt, sehr stabil, auch für bergige Regionen. Ca. 280 €
Premium (über 500 €):
• Hilleberg Niak: 1.200 g, lebenslange Haltbarkeit, extrem robust, für alle Bedingungen. Ca. 750 €
• Big Agnes Fly Creek HV UL1: 990 g, sehr leicht, großer Innenraum. Ca. 480 €

Wichtig für Bikepacker: Achte darauf, dass die Zeltstangen kurz genug sind, um in eine Tasche oder auf das Oberrohr zu passen.

 

Tarp: Der Ultralight-Ansatz
Ein Tarp ist eine einfache Plane, die du zwischen Bäumen oder mit Trekkingstöcken aufspannst.

 

Vorteile:
• Sehr leicht (300-600 g)
• Kleines Packmaß
• Vielseitig einsetzbar
• Günstiger

Nachteile:
• Kein Bodenschutz (Footprint nötig)
• Kein Insektenschutz
• Weniger Privatsphäre
• Erfordert Übung beim Aufbau
• Abhängig von geeigneten Aufbaustellen

Ideal für: Minimalisten, erfahrene Bikepacker, trockenes Wetter, bewaldete Regionen

 

Biwaksack: Der Notfall-Schutz
Ein Biwaksack ist ein wasserdichter Außensack für den Schlafsack.
 

Vorteile:
• Ultraleicht (200-400 g)
• Extrem kompakt
• Günstiger Regenschutz

Nachteile:
• Kondenswasser-Problematik
• Sehr beengt
• Kein Insektenschutz

Ideal für: Als Backup, für Notfälle, alpine Biwaks, Ultralight-Puristen

 

Empfehlung für E-Bike-Bikepacker
Für Einsteiger empfehlen wir ein leichtes 1-Personen-Zelt. Die paar hundert Gramm Mehrgewicht fallen beim E-Bike kaum ins Gewicht, und du hast zuverlässigen Wetterschutz und Komfort. Wer Erfahrung sammelt, kann später auf Tarp oder Quilt-Kombinationen umsteigen.

E-Bike-spezifische Besonderheiten beim Bikepacking

E-Bikes bringen beim Bikepacking einige spezifische Herausforderungen mit sich:

 

Gewichtslimits beachten
Anders als normale Bikes haben E-Bikes striktere Gewichtslimits

 

Beispiele typischer Gewichtslimits:
• Rose Backroad+ E-Gravel: 110 kg Systemgewicht (Rad + Fahrer + Gepäck)
• Specialized Turbo Levo/Creo: 125 kg + kleiner Gepäckbonus
• Standard E-Gravel-Bikes: 110-120 kg Systemgewicht

Was das bedeutet:
Bei einem E-Gravel mit 15 kg Eigengewicht und 110 kg Limit:
• Fahrer 80 kg = 15 kg Gepäck möglich
• Fahrer 70 kg = 25 kg Gepäck möglich

Rechne realistisch: Trinkflaschen (2 × 0,75 L = 1,5 kg), Werkzeug, Kamera, Verpflegung - schnell kommst du auf 12-15 kg Gepäck.

 

Profi-Tipp: Achte beim E-Bike-Kauf auf ein höheres Systemgewicht, besonders wenn du selbst schwerer bist oder längere Bikepacking-Touren planst.

 

Reichweite mit Gepäck kalkulieren
Zusätzliches Gepäck reduziert die Reichweite deines E-Bikes:
Faustregel: Pro 5 kg Zusatzgewicht verlierst du ca. 10-15% Reichweite.

Realistische Reichweiten mit Bikepacking-Gepäck (12-15 kg):
E-Gravel mit 400 Wh Akku:
• Eco-Modus: 100-140 km bei moderatem Profil
• Tour-Modus: 70-100 km
• eMTB/Sport-Modus: 50-80 km
• Turbo-Modus: 40-60 km
Mit Range Extender (+160-200 Wh):• Eco-Modus: 140-200 km
• Tour-Modus: 100-140 km

 

Faktoren die die Reichweite beeinflussen:
• Höhenmeter (jeder Meter zählt!)
• Untergrund (loser Schotter kostet 15-20% mehr Energie)
• Wind (Gegenwind kann Reichweite halbieren)
• Temperatur (unter 10°C sinkt die Akkuleistung)
• Reifendruck (zu niedriger Druck kostet Reichweite)

Tourenplanung mit E-Bike

1. Route in Etappen aufteilen: Maximal 80-100 km pro Tag mit Gepäck
2. Lademöglichkeiten einplanen: Cafés, Hotels, Campingplätze
3. Notfall-Strategie: Wissen, wo du im Notfall laden kannst
4. Range Extender erwägen: Für E-Gravel-Bikes oft als Zubehör verfügbar (Canyon: +250 Wh, ca. 650 €)

 

Akku-Ladung unterwegs
Lademöglichkeiten:
• Campingplätze (meist gegen kleine Gebühr)
• Cafés, Restaurants (fragen kostet nichts), Hotels
• Kirchen
• Tankstellen (oft mit Außensteckdosen)
• Freibäder und öffentliche Einrichtungen

Ladezeit: Ein 500 Wh Akku braucht ca. 4-5 Stunden für Voll-Ladung, 2-3 Stunden für 80%.
Powerbanks: Für das Smartphone und GPS sinnvoll, für den E-Bike-Akku unrealistisch (du
bräuchtest 50+ Smartphone-Powerbanks für eine Akku-Ladung).

 

Motor-Modi clever nutzen
Um die Reichweite zu maximieren:
• Flache Passagen: Eco-Modus oder ganz ohne Unterstützung
• Moderate Steigungen: Tour-Modus
• Steile Rampen: Sport/eMTB-Modus
• Sehr steile Passagen: Turbo-Modus – aber nur wenn nötig

Profi-Tipp: Hohe Trittfrequenzen (70-90 U/min) sind effizienter als niedriges "Drücken". Schalte rechtzeitig runter, besonders bei E-Bikes.

 

Motorposition und Gepäck
E-Gravel-Bikes haben typischerweise Mittelmotoren (Bosch, Shimano, Fazua, TQ). Das ist ideal fürs Bikepacking:

Vorteile Mittelmotor beim Bikepacking:
• Tiefer Schwerpunkt
• Gute Gewichtsverteilung auch mit Gepäck
• Natürliches Fahrgefühl
• Motor geschützt im Rahmen

Wichtig: Der breitere Q-Faktor (Pedalabstand) bei E-Bikes (meist 175-180 mm statt 145-155 mm) kann bei langen Touren ungewohnt sein. Das ist Gewöhnungssache.

Zusatzausrüstung: Die Kleinigkeiten, die zählen

Kochausrüstung (optional)
Ob du Kochequipment mitnimmst, ist Geschmackssache. Für manche gehört der morgendliche Kaffee zum Bikepacking dazu, andere kaufen unterwegs ein.

 

Minimalistisches Koch-Setup (ca. 450-600 g):
• Gaskocher: Kleiner Kartuschenkocher (100-150 g) + Kartusche 230 g (190 g)
• Topf/Becher: Titan-Topf 750 ml (100 g) dient auch als Tasse
• Besteck: Titan-Löffel (15 g)
• Feuerzeug: (20 g)
Empfehlung: MSR PocketRocket 2 (73 g, ca. 50 €) oder BRS-3000T (25 g, ca. 15 €,
Ultralight-Option)
 

Alternative ohne Kocher: Fertiggerichte, Brot, Käse, Nüsse, Riegel. Spart Gewicht und Zeit.

 

Kleidung: Das Zwiebelprinzip
Kleidung ist beim Bikepacking eine Wissenschaft für sich. Die Faustregel: So wenig wie möglich, so viel wie nötig.

Basis-Garderobe für Drei-Jahreszeiten-Touren:
 

Am Körper während der Fahrt:
• Radhose mit Polster
• Funktionsunterhemd (Merino oder Kunstfaser)
• Trikot
• Socken
• Radschuhe
• Sonnenbrille
• HelmIm Gepäck:
• 1x Wechselunterwäsche + Socken (Merino ist geruchsneutral)
• 1x Arm- und Beinlinge (flexibler als lange Hose/Trikot)
• 1x Regenjacke (atmungsaktiv, packbar)
• 1x Regenhose oder überziehhose
• 1x Windweste (sehr leicht, vielseitig)
• 1x Isolationsjacke (Primaloft oder Daune für Abends/Nachts)
• 1x leichte Hose für abends
• 1x Shirt/Longsleeve für abends
• 1x frische Polsterhose (für mehrtägige Touren essentiell!)
Gewicht gesamt: ca. 1,5-2,5 kg

 

Material-Empfehlung: Merino-Wolle trocknet schnell, ist geruchsneutral und reguliert Temperatur perfekt.
Wasch-Tipp: Merino-Kleidung kannst du abends mit etwas Seife im Bach/Fluss waschen und über Nacht trocknen (an der Lenkertasche befestigen).

 

Werkzeug & Reparatur
Pannen passieren. Die richtige Ausstattung rettet deine Tour.

Minimales Pannen-Set:
• 2x Ersatzschläuche
• Reifenheber (3 Stück)
• Minipumpe oder CO2-Kartuschen
• Multitool mit Inbus 2-8 mm, Torx, Kreuzschlitz
• Kettennieter + Ersatzglied
• Reifenflickzeug (als Backup)• 1m Panzerband (um Satteltasche gewickelt)
• Kabelbinder (5-6 Stück, vielseitig)
Gewicht: ca. 400-600 g

E-Bike-spezifisch zusätzlich:
• Akku-Ladegerät (meist 300-500 g)
• Ersatz-Display-Akku/Batterie (falls verwendbar)

Elektronik & Navigation
Essentiell:
• Smartphone + wasserdichte Hülle
• Powerbank (10.000-20.000 mAh)
• Ladekabel (USB-C empfohlen)
• GPS-Gerät (optional, aber zuverlässiger als Smartphone)

Beleuchtung:
• Frontlicht (abnehmbar, kann nachts als Taschenlampe dienen)
• Rücklicht
• Stirnlampe (für Camp-Aktivitäten)

Optional:
• Action-Cam (GoPro, DJI)
• Powerbank-Solarpanel (nur bei mehrtägigen Touren ohne Lademöglichkeit sinnvoll)

 

Hygiene & Erste Hilfe
Hygiene-Basics (ca. 200 g):
• Kleine Seife oder Duschgel (30 ml)• Zahnbürste + kleine Zahnpasta
• Deo (klein)
• Sonnencreme (30 ml, essentiell!)
• Taschentücher
• Kleines Mikrofaser-Handtuch

Erste-Hilfe-Set (ca. 150 g):
• Pflaster (verschiedene Größen)
• Blasenpflaster (wichtig!)
• Schmerzmittel (Ibuprofen)
• Desinfektionsspray
• Zeckenzange
• Rettungsdecke
• Tape (für Sportverletzungen)

 

Sonstiges
Nützliche Extras:
• Ohropax (für laute Campingplätze)
• Sitzkissen (aufblasbar, 50 g, macht Pausen komfortabler)
• Paracord 5-10 m (Wäscheleine, Reparaturen, Essen vor Tieren schützen)
• Drybags in verschiedenen Größen (Organisation)
• Müllbeutel (doppelt als wasserdichte Innentaschen)
• Schweizer Taschenmesser
• Stirnlampe

Packstrategie: So packst du clever

Das Packen deiner Bikepacking-Taschen ist fast eine Kunst. Hier einige Profi-Tipps:
 

Organisations-System
Farb-Code oder Packsäcke: Nutze kleine Drybags oder Mesh-Bags in verschiedenen Farben:

• Grün = Kleidung
• Blau = Elektronik
• Rot = Erste Hilfe
• Gelb = Hygiene

Das spart nachts Zeit und Nerven beim Suchen.
 

Packreihenfolge
Satteltasche (von unten nach oben):
1. Schlafsack (ganz nach unten, komprimiert)
2. Wechselkleidung in Drybag
3. Isomatte (außen drum oder oben drauf)
4. Zelt/Tarp (falls es nicht in die Lenkertasche passt)

Lenkertasche:
1. Zelt/Tarp + Heringe
2. Warme Jacke (schnell greifbar)
3. Regenklamotten (schneller Zugriff wichtig)

Rahmentasche:
1. Schwere Sachen nach unten (Werkzeug, Powerbank)
2. Kamera/Elektronik oben (gepolstert)
3. Snacks (schnell greifbar)Oberrohrtasche:
1. Smartphone
2. Geldbeutel
3. Energieriegel
4. Sonnencreme

 

Wasserdicht packen
Regel: Alles, was nicht nass werden darf, kommt in einen Drybag - auch in wasserdichten Taschen!

Warum? Auch die besten Taschen können bei extremem Dauerregen oder Flussdurchfahrten Wasser ziehen. Ein nasser Schlafsack ist der GAU beim Bikepacking.

Besonders kritisch:
• Schlafsack (auf jeden Fall in Drybag!)
• Elektronik
• Kleidung

 

Gewichts-Optimierung

Frage dich bei jedem Gegenstand:
1. Brauche ich das wirklich?
2. Gibt es eine leichtere Alternative?
3. Kann ein Teil mehrere Funktionen erfüllen?

 

Beispiele für Mehrfachnutzung:
• Topf = Tasse
• Isomatte = Sitzkissen
• Regenjacke = Kopfkissen (in Drybag gestopft)• Smartphone = Kamera + GPS + Taschenlampe
• Buff/Multifunktionstuch = Mütze, Halstuch, Stirnband

Nach jeder Tour: Checke, was du nicht benutzt hast. Das kann beim nächsten Mal zuhause
bleiben.

Kosten: Was kostet eine komplette Bikepacking-Ausrüstung?

Hier eine realistische Übersicht über die Kosten für eine vollständige Bikepacking-Ausrüstung:

 

Budget-Setup (ca. 800-1.000 €)
• Taschen-Set: Acid/Decathlon/Vaude ca. 300 €
• Schlafsack: Kunstfaser 3-Jahreszeiten ca. 120 €
• Isomatte: Sea to Summit Ultralight ca. 80 €
• Zelt: Naturehike Cloud Up ca. 150 €
• Kocher + Topf: BRS + Alu-Topf ca. 40 €
• Werkzeug/Pannenset: ca. 50 €
• Kleidung: (teilweise vorhanden) ca. 150 €
• Elektronik: Powerbank + Stirnlampe ca. 60 €
• Sonstiges: ca. 50 €
Gesamt: ca. 1.000 €

 

Mittelklasse-Setup (ca. 1.800-2.200 €)
• Taschen-Set: Ortlieb/Apidura ca. 500 €
• Schlafsack: Daune 3-Jahreszeiten ca. 300 €• Isomatte: Therm-a-Rest NeoAir ca. 180 €
• Zelt: Durston/OneTigris ca. 350 €
• Kocher + Topf: MSR PocketRocket + Titan ca. 120 €
• Werkzeug/Pannenset: Hochwertiges Multitool ca. 80 €
• Kleidung: Merino-Funktionskleidung ca. 300 €
• Elektronik: Gute Powerbank, GPS-Gerät ca. 200 €
• Sonstiges: ca. 100 €
Gesamt: ca. 2.100 €

 

Premium-Setup (ca. 3.500-4.500 €)
• Taschen-Set: Cyclite/Apidura Racing ca. 600 €
• Schlafsack: High-End Daune (Cumulus, Western Mountaineering) ca. 450 €
• Isomatte: Exped/Therm-a-Rest Premium ca. 220 €
• Zelt: Hilleberg/Big Agnes ca. 750 €
• Kocher + Topf: Jetboil/Titan-Setup ca. 180 €
• Werkzeug/Pannenset: Leatherman, hochwertig ca. 120 €
• Kleidung: Premium Merino, Rapha, Assos ca. 600 €
• Elektronik: Garmin GPS, hochwertige Powerbank ca. 400 €
• Sonstiges: ca. 180 €
Gesamt: ca. 3.500 €

 

Spartipp: Viele Sachen hast du vielleicht schon (Kleidung, Werkzeug, Elektronik). Konzentriere dich zuerst auf Taschen + Schlafsystem.

Fazit

Bikepacking ist eine der schönsten Arten, die Natur zu erleben – minimalistisch, flexibel und
intensiv. Mit dem richtigen Equipment wird aus dem Abenteuer kein Überlebenskampf, sondern ein unvergessliches Erlebnis.
Die gute Nachricht: Du brauchst nicht von Anfang an das teuerste Equipment. Starte mit einem soliden Basis-Setup und upgrade nach und nach, wenn du weißt, was dir wichtig ist. Viele Bikepacker haben mit geliehener Ausrüstung begonnen und erst nach mehreren Touren in hochwertiges Equipment investiert.
Und jetzt: Raus aus dem Kopf, rauf aufs Rad! Die schönsten Abenteuer beginnen mit dem ersten Pedaltritt.

Häufig gestellte Fragen

Wie viel Gewicht kann ich auf meinem E-Bike beim Bikepacking transportieren?

Das hängt vom spezifischen Modell ab. Die meisten E-Gravel-Bikes haben ein Systemgewicht von 110-125 kg (Rad + Fahrer + Gepäck). Bei einem 15 kg schweren E-Bike und 80 kg Körpergewicht bleiben also 15-30 kg für Gepäck. Realistisch solltest du mit 12-15 kg Gepäck planen – mehr wird schnell unkomfortabel und belastet Rahmen und Komponenten unnötig. Prüfe immer die Herstellerangaben deines spezifischen Modells.

Brauche ich spezielle Bikepacking-Taschen oder tun es auch normale Fahrradtaschen?

Bikepacking-Taschen sind speziell für diese Art des Reisens konzipiert: Sie sitzen rahmennahe, sind aerodynamischer, leichter und trail-tauglicher als klassische Gepäckträgertaschen. Theoretisch könntest du auch mit normalen Taschen losfahren, aber du verlierst an Wendigkeit, Aerodynamik und Fahrspaß. Für gelegentliche Overnighter reichen auch Budget-Taschen (ab 80 € pro Stück), für regelmäßige Touren lohnt sich die Investition in hochwertige Modelle von Ortlieb, Apidura oder Vaude.

Wie viele Kilometer kann ich pro Tag mit einem E-Bike beim Bikepacking zurücklegen?

Mit einem vollbepackten E-Bike sind 80-120 km pro Tag realistisch, abhängig von Höhenprofil, Untergrund und gewähltem Unterstützungsmodus. Die limitierenden Faktoren sind meist Akku-Reichweite und körperliche Kondition. Bei alpinen Routen mit 1.500+ Höhenmetern solltest du eher 60-90 km einplanen. Wichtig: Plane Lademöglichkeiten ein (Cafés, Campingplätze, Hotels) und nutze niedrige Unterstützungsstufen auf flachen Passagen, um Reichweite zu sparen.

Welcher Schlafsack ist für Bikepacking am besten geeignet?

Das kommt auf die Jahreszeit an. Für Sommer-Touren (Juni-August) reicht ein Komfortwert von +10°C. Für Drei-Jahreszeiten-Nutzung (April-Oktober) empfehlen wir einen Schlafsack mit Komfortwert 0 bis +5°C. Daune ist leichter und kompakter (ideal für Gewichts-bewusste), Kunstfaser wärmt auch feucht und ist günstiger (ideal für wechselhaftes Wetter). Gute Allround-Empfehlungen: Sea to Summit Spark 0°C (Daune, 625 g, ca. 380 €) oder Mountain Equipment Starlight II (Kunstfaser, 945 g, ca. 180 €). Rechne immer 5°C Reserve zum angegebenen Komfortwert.

Wie wasserdicht müssen Bikepacking-Taschen sein?

Sehr wasserdicht! Selbst kurze Regenschauer können Gepäck durchnässen, und ein nasser
Schlafsack ist das Ende jeder Tour. Die wasserdichtesten Taschen kommen von Ortlieb (100% verschweißte Nähte, Drybag-Technik). Aber auch bei wasserdichten Taschen gilt: Pack sensible Dinge wie Schlafsack, Elektronik und Wechselkleidung zusätzlich in Drybags. Bei extremem Dauerregen oder Flussdurchquerungen kann auch die beste Tasche Wasser ziehen. Apidura,Cyclite und Restrap bieten sehr guten Wasserschutz, Ortlieb ist der Goldstandard.

Kann ich mit einem E-MTB Bikepacking machen?

Absolut! E-MTBs eignen sich hervorragend für Bikepacking, besonders auf technischen Trails und in bergigem Gelände. Allerdings sind sie schwerer (meist 20-24 kg) als E-Gravel-Bikes (13-18 kg), was das Systemgewicht schneller ausreizt. Achte auf Befestigungsmöglichkeiten für Taschen am Rahmen und darauf, dass die Federung nicht mit voll beladener Satteltasche kollidiert. Vorteil: Mehr Drehmoment (85-100 Nm), robustere Komponenten. Nachteil: Höherer Energieverbrauch, kürzere Reichweite auf Asphalt.

Brauche ich unbedingt ein Zelt, oder reicht ein Tarp?

Für Einsteiger empfehlen wir ein ultraleichtes 1-Personen-Zelt. Es bietet zuverlässigen
Wetterschutz, Insektenschutz und Privatsphäre – das gibt Sicherheit, besonders wenn du noch unerfahren bist. Ein Tarp ist leichter (300-600 g vs. 900-1.500 g) und kompakter, erfordert aber Übung beim Aufbau und bietet keinen Bodenschutz oder Mückenschutz. Wenn du Erfahrung sammelst und ultraleicht unterwegs sein willst, kannst du auf Tarp + Biwaksack umsteigen. Für die meisten Bikepacker ist ein leichtes Zelt (z.B. Naturehike Cloud Up 2, 1.800 g, ca. 150 €) der beste Kompromiss.

Wie lade ich meinen E-Bike-Akku unterwegs?

Die meisten Campingplätze, Cafés, Restaurants und Hotels erlauben das Laden gegen eine kleine Gebühr (oft 2-5 €). Tankstellen haben manchmal Außensteckdosen. Auch Freibäder,
Touristeninformationen und öffentliche Einrichtungen sind oft hilfsbereit. Ein voller 500 Wh Akku braucht 4-5 Stunden, für 80% reichen 2-3 Stunden.

Welche Isomatte brauche ich fürs Bikepacking?

Für die meisten Bikepacker ist eine aufblasbare Isomatte mit R-Wert 3-4 optimal. Sie bietet guten Komfort, isoliert ausreichend für Drei-Jahreszeiten-Nutzung und hat ein kleines Packmaß. Top-Empfehlung: Therm-a-Rest NeoAir XLite NXT (369 g, R 4,5, ca. 180 €). Wichtig: Mindestens 5 cm dick, besser 7 cm für Seitenschläfer.

Wie viel sollte ich für eine komplette Bikepacking-Ausrüstung einplanen?

Für ein solides Budget-Setup rechne mit 800-1.000 € (Acid/Vaude Taschen, Kunstfaser-Schlafsack, günstige Isomatte, Naturehike-Zelt). Ein Mittelklasse-Setup mit Ortlieb-Taschen, Daunen-Schlafsack und gutem Zelt liegt bei 1.800-2.200 €.

Ist Bikepacking auch für Anfänger geeignet?

Absolut! Bikepacking ist für jeden geeignet, der Radfahren kann. Mit einem E-Bike ist der Einstieg noch einfacher, da du konditionelle Defizite ausgleichen kannst. Wichtig: Starte klein. Dein erstes Bikepacking sollte ein Overnighter (eine Nacht) in der Nähe sein, nicht die Alpenüberquerung. 

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Über den Autor

Upway Editorial Team, Spezialisten für refurbished E-Bikes
Wir sind die Spezialisten für refurbished E-Bikes bei Upway. Unser Redaktionsteam analysiert Technik, Trends und Nutzung mit einem klaren Anspruch: gute Entscheidungen brauchen gute Informationen. Nachhaltig, praxisnah und immer mit Blick auf das, was E-Bike-Fahren heute wirklich bedeutet.