Loire Radweg mit E-Bike: Erfahrungsbericht & Tipps

Upway Editorial Team, Spezialisten für refurbished E-Bikes

Aktualisiert am 25. Februar 2026  |  8 Min. Lesezeit

In Frankreich mit dem E-Bike unterwegs zu sein, ist reine Freude. Der Radweg ‘La Loire à vélo’ führt zu 90% des Weges am Fluss entlang - super easy und für jeden zu bewältigen. In Nevers geht es los und die Endstation ist eigentlich in Nantes - das habe ich aber abgewandelt.


Die Landschaften, die Leute, das Essen und mein E-Bike - von mir liebevoll ‘Isabelle’ getauft - einfach ein Traum.

Von Deutschland aus bin ich mit dem Zug nach Nevers gefahren. Zugfahren mit einem E-Bike hat seine ganz eigenen Herausforderungen, die man durchaus meistern kann, die aber dennoch heutzutage komisch anmuten. 


Nicht jeder Bahnhof hat einen Aufzug zum Gleis, in den ein E-Bike hinein passt! Strasbourg zum Beispiel. Du musst dein Fahrrad also entweder abtakeln - das bedeutete für mich: 2 Seitentaschen, eine Lenkertasche, Drybag unbeaufsichtigt im Treppenaufgang deponieren, Isabelle die Treppe rauf schleppen und dann die Gepäckstücke nachholen. Du kannst dein E-Bike auch diagonal hochkant in den Aufzug zwängen und dabei das rückwärtige Schutzblech schrotten.

 

Im Zug ist auch nicht alles Butter, denn Fahrräder werden vertikal verstaut. Das ist für ein E-Bike nicht so toll und mit begrenzter körperlicher Kraft auch nicht so einfach. Natürlich musste Isabelle auch dafür ihres Gepäcks entledigt werden. Apropos Gepäck: Was hatte ich mit?

Die Ausstattung

Auf dem Papier sehen die drei Marktführer ähnlich aus:

Die Route

Ich bin bekennender Frankreich Fan und spreche die Sprache recht gut. Im ländlichen Frankreich Englisch zu sprechen kommt nicht gut an - immer noch nicht. Außerdem entgehen dir eventuell tolle kleine Infos, wenn du des Französischen nicht mächtig bist und definitiv nette Unterhaltungen mit Schleusenwärtern und anderen.


Entlang der Loire ist das Gelände natürlich flach, wer aber die Schlösser anschauen möchte, muss auch hier mit ein paar Steigungen rechnen, denn sie liegen meistens nicht direkt am Fluss. 
Die Radstrecke ‘La Loire à vélo’ endet in Nantes. Ich hatte aber keine Lust auf Nantes und bin weiter geradelt bis Bordeaux. So kam ich auf ungefähr 1000 km in 11 Tagen.

Nevers - Sancerre

Total gemütliche Fahrt am Ufer der Loire entlang (wie der gesamte Radweg, daher der Name). Bei Le Bec d’Allier überquert man den Fluss auf einer recht schmalen Brücke - das war aber auch schon alles an Excitement. Übernachtet habe ich auf dem Campingplatz Saint Satur, den ich empfehlen kann.

 

Nach 70 km war der Akku noch gut halb voll, ich bin hauptsächlich im Ecomode gefahren.

Sancerre - Gien

Die Strecke führt vorbei an pittoresken Schleusen und teilweise auf schmalen Graspfaden am Fluß entlang. In der Ferne immer mal wieder ein Blick auf Frankreichs Lösung in Sachen Strom: AKWs ohne Ende. Die Radwege in Frankreich sind super ausgeschildert - Verfahren ist so gut wie unmöglich.

Gien - Orléans

Gien ist mega hübsch und einen Abstecher wert. Auf dem Weg nach Orléans geht es los mit den Loire-Schlössern.

Chambord und Chenonceau sind natürlich ein absolutes Muss, aber auch all die anderen kleineren Schlösser, die sich unweit des Radweges befinden, sind einen Abstecher wert. Amboise, Villandry, Azay-le-Rideau und Ussé haben mir am besten gefallen.

Orléans selbst ist die Hauptstadt der Region Centre-Val de Loire und bekannt durch die Befreiung aus der englischen Belagerung durch Jeanne d’Arc (Johanna von Orléans) während des Hundertjährigen Krieges (1337 – 1453). Die Franzosen haben übrigens am Ende gewonnen.

Orléans - Amboise

Mit dem E-Bike kannst du locker zwischen 80 und 100 km am Tag fahren, wenn nicht mehr. Das hängt alleine davon ab, was du unterwegs alles anschauen möchtest und welche Seitenstraßen du erforschst. Ich hatte das total unterschätzt, weil ich zum ersten Mal mit dem E-Bike unterwegs war. Gegenwind: war da was? Steigungen: Turbo Mode rein und go!

Amboise - Saumur

Im August machen die Franzosen Urlaub und zwar am Liebsten im eigenen Land. Immer noch. Warum auch nicht? Es ist ein mega schönes Land und wer alte Gemäuer, Eichenbäume, pittoreske Dörfer und Croissants (Flan, Millefeuille, Pain au Chocolat, Jesuites … speichelst du schon?) mag, kommt hier voll auf seine Kosten. Ganz zu schweigen von den unterschiedlichen Küsten und Gebirgen.


Du überquerst den Greenwich Meridian und auch die troglodytischen Dörfer sind einfach toll. Um Saumur herum  findet man die höchste Konzentration an Höhlenwohnungen in Frankreich! Tausende Kilometer unterirdischer Galerien, die zum Abbau von Tuffstein gegraben wurden. Heute befinden sich dort Pilzzuchtbetriebe, Weinkeller und sogar eine Korbflechterei wie in Villaines-Les-Rochers.

 

In Saumur hatte ich keine Lust mehr dem Loire-Radweg zu folgen und bin nach Süden abgebogen in Richtung Niort. Dementsprechend wurde die Landschaft hügelig und mein Akku musste auch untertags mal geladen werden.

Ladetipp: Kirchen
Die meisten Kirchen sind immer geöffnet und haben irgendwo innen eine Steckdose (tatsächlich meistens, wenn man reinkommt rechts). Du kannst dein Fahrrad mit hinein nehmen, den Akku laden und ein Nickerchen halten. Richtig genial.
Wassertipp: Friedhöfe
Jeder Friedhof hat einen Brunnen - meistens kann man das Wasser trinken. Ideal, um die Flasche wieder aufzufüllen.
 

Saumur - Thouars - Airvault - Parthenay - Champdeniers - Niort

Der Radweg von Saumur aus heißt ‘La vélo francette’ und ist ebenfalls sehr gut beschildert. Auf und ab geht es durch die hügelige Landschaft vorbei und durch kleine Ortschaften, die leider meist keine Bäckerei mehr haben, sehr zu meinem Leidwesen. 
Du findest aber immer irgendwo einen Intermarché oder Ähnliches, wo du zwar nicht deinen Akku laden, aber einkaufen kannst.
 

An Campingplätzen mangelt es nicht und auch Stellplätze für Wohnmobile eignen sich, um für eine Nacht dein Zelt aufzuschlagen. Dort gibt es zwar meist keine Waschgelegenheit, aber irgendwo ist immer eine öffentliche Toilette oder ein Café/Restaurant, wo du als Gast die Toilette benutzen darfst.

Eine dritte Art des Campings nennt sich: bivouac. Derlei gibt es nicht allzu viele, aber es ist eine kostenfreie Möglichkeit, sein Zelt für eine Nacht aufzuschlagen und eine Dusche/Toilette benutzen zu können. Eine super App, um solche Orte zu finden, ist: https://ioverlander.com/.

Niort - Royan

Auf diesem Abschnitt erinnere ich mich an einen tollen Campingplatz. Weniger der location wegen als der Info, die ich dort erhalten habe und die mein Erlebnis auf dem nächsten Abschnitt um 100% verbessert hat. Auf der Karte (real und virtuell) war ich nämlich nicht in der Lage, die Fähren ausfindig zu machen, die über die Charente und über die Seudre fahren. Die Fähre über die Charente kürzt einfach nur ab und ist schnuckelig, ABER die Seudre nicht auf dieser angsteinflößenden Brücke überqueren zu müssen, ist einfach mega. Auf der Brücke gibt es zwar einen Radweg, der ist aber sehr schmal und nicht wirklich vertrauenswürdig.

Die Fähre legt in Cayenne (Marennes) ab - ein bisschen flussaufwärts - und fährt hinüber nach La Tremblade (La Gréve).

 

Das Seilmacher Museum in Rochefort hat mich begeistert. Zunächst ist das Gebäude 374 Meter lang - so konnten hier Seile und Taue mit 300 m Länge hergestellt werden. Die Hologramme sind einfach entzückend und auch der Rest der permanenten Ausstellung macht einen Besuch lohnend. 

Royan - Bordeaux

Von Royan nimmst du dann die Fähre über die Gironde und landest in Soulac-sur-Mer. Von Soulac bin ich dann über die Landstraßen im Piniengürtel und dann an der Gironde entlang nach Bordeaux geradelt. Hier ist die Schlösser-Dichte auch ganz erstaunlich und die Fotostopps unausweichlich. Die vielen Weingüter der Region bieten oft Verköstigungen an, was nochmal einen ganz anderen Aspekt beitragen kann.

Es bietet sich an, ein paar Tage faul am Strand zu verbringen. Die Strände sind hier - südlich von Soulac - breit und kilometerlang. Es gibt viele kleine Satellitenorte direkt am Meer (Le Gurp, Montalivet-les-Bains etc), die immer einen Campingplatz haben. Die Strände sind teilweise von Mitte Juni bis Mitte September bewacht, denn die Strömung kann tückisch sein. 

 

Fortsetzung folgt - das ist jetzt ein jährlich stattfindendes Ereignis.

Fazit

Der Loire Radweg ist für Fahrer aller Könnenstufen geeignet und eine richtig schöne Tour. Am besten nicht in den Monaten Juli und August fahren. Züge frühzeitig buchen (dann sind nicht nur Fahrradplätze noch frei, sondern das Ticket auch günstiger). Französisch sprechen hilft. Akku unterwegs in Kirchen aufladen und Wasser auf dem Friedhof finden (das ist nicht 100 % verlässlich, weil es Friedhöfe gibt, wo das Wasser nicht treinkbar ist). 
Selbst in den größeren Städten und auf den Landstraßen ist Fahrrad Fahren in Frankreich ein Genuß.

Häufig gestellte Fragen

Welcher Motor ist der leiseste?

Bosch CX Gen 5 ist der leiseste beim Freilauf (kein Klappern mehr). Yamaha PW-X3 ist beim aktiven Fahren sehr leise. Shimano EP801 hat immer noch Freilauf-Rattle, abhängig vom Rahmen.

Welcher Motor ist der stärkste?

Auf dem Papier sind alle drei gleich stark (85 Nm). Mit dem kostenlosen Update wird Bosch CX Gen 5 auf 100 Nm aufgerüstet – das ist derzeit Spitze.

Kann ich Drittanbieter-Akkus nutzen?

Shimano: Ja. Yamaha: Ja (Bike-Hersteller können eigene verbauen). Bosch: Nein, nur Bosch-Akkus.

Welcher Motor hält am längsten?

Yamaha gilt als extrem zuverlässig. Bosch hat den besten Ruf für Langzeit-Support. Shimano: gute Hardware, aber No-Repair-Politik ist problematisch.

Was passiert, wenn der Motor nach der Garantie kaputtgeht?

Bosch: Reparatur möglich (z. B. Lagertausch). Shimano: Kompletter Motortausch (~900 €). Yamaha: Reparatur möglich.
 

Welcher Motor ist am besten für Anfänger?

Bosch CX – intuitive App, bestes Service-Netzwerk, viel Unterstützung auch bei wenig Krafteinsatz.

Welcher Motor hat das beste Preis-Leistungs-Verhältnis?

Shimano EP6 (günstiger als EP801, fast identische Leistung). Yamaha PW-S2 (Mittelklasse, sehr zuverlässig).

Lohnt sich das Bosch 100-Nm-Update?

Ja, wenn du oft steile Trails oder schweres Gepäck fährst. Nein, wenn dir Akku-Reichweite

wichtiger ist (mehr Power = höherer Verbrauch).

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