Der Camino Francés ist die Hauptroute und damit auch die am besten ausgebaute für Radfahrer. Der Radweg verläuft parallel zum Fußweg, weicht aber an schwierigen Stellen ab, wo der Pfad für Räder ungeeignet ist. Die Route ist auch als EuroVelo 3 ausgeschildert, was die Orientierung erleichtert.Die Strecke beginnt spektakulär:
Von Saint-Jean-Pied-de-Port in den französischen Pyrenäen geht es über den 1430 Meter hohen Ibaneta-Pass nach Pamplona. Dieser erste Anstieg ist hart, aber mit einem E-Bike machbar, und die Abfahrt nach Spanien ist grandios. Pamplona, berühmt für seine Stierhatz im Juli, ist die erste größere Stadt und ein guter Ort für einen Ruhetag.
Weiter geht es durch die Weinregion La Rioja - hier lohnen Stopps in den Bodegas für eine Verkostung des berühmten Rioja-Weins. Die mittelalterliche Stadt Burgos mit ihrer prächtigen Kathedrale ist der nächste kulturelle Höhepunkt. Danach folgt die Meseta, die kastilische Hochebene - kilometerlang flach, oft heiß, aber mit einer eigenen Faszination. Die Weite der Landschaft, die schnurgeraden Straßen und die einsamen Dörfer haben etwas Meditatives.
León ist die nächste Großstadt, wieder mit einer spektakulären Kathedrale, diesmal im gotischen Stil. Von hier beginnt der landschaftlich schönste Teil: der Anstieg nach Galicien. Über O Cebreiro, ein uraltes Bergdorf mit traditionellen Pallozas (Steinhütten mit Strohdach), führt der Weg durch die grünen Hügel Galiciens. Das Klima wird feuchter, die Landschaft üppiger, und plötzlich fühlt es sich mehr nach Irland als nach Spanien an.
Die letzten 100 Kilometer nach Santiago sind die spirituell bedeutendsten. Hier treffen alle Wege zusammen, und der Pilgerstrom wird dichter. Die Ankunft an der Kathedrale von Santiago ist für viele Radfahrer ein emotionaler Moment - egal ob gläubig oder nicht, die Erfahrung, diese jahrhundertealte Route bewältigt zu haben, ist bewegend.