Was ist Bikepacking? Abenteuer auf zwei Rädern 

Stell dir vor: Du packst deine Ausrüstung direkt am Fahrrad, verlässt die ausgetretenen Pfade und tauchst in eine mehrtägige Tour ein, bei der Freiheit und Minimalismus im Mittelpunkt stehen. Genau das ist Bikepacking – eine Form des Radreisens, die in den letzten Jahren immer mehr Anhänger findet und die klassische Fahrradtour revolutioniert hat.

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Fahrradmechaniker Alberto schraubt täglich an vielen E-Bikes und teilt sein Wissen gerne mit der Upway-Community. In seiner Freizeit ist er auf sportlichen Mountainbikes unterwegs.


Letzte Aktualisierung: 26. Januar 2026

Bikepacking kombiniert das Beste aus Mountainbiking und Radreisen: Du bist schnell unterwegs, flexibel in deiner Routenwahl und kannst Orte erreichen, die mit herkömmlichem Gepäck kaum zugänglich wären. Im Gegensatz zum traditionellen Fahrradtourismus mit schweren Gepäckträgern und sperrigen Packtaschen setzt Bikepacking auf leichte, aerodynamische Taschen, die direkt am Rahmen, unter dem Sattel und am Lenker befestigt werden. Diese Philosophie ermöglicht es dir, auch auf Schotter- und Waldwegen unterwegs zu sein, ohne dass dich schweres Gepäck ausbremst.


Die Wurzeln des Bikepackings liegen in den USA, wo Abenteuerlustige bereits vor Jahrzehnten begannen, mehrtägige Offroad-Touren zu unternehmen. Was damals noch improvisiert und experimentell war, hat sich mittlerweile zu einer ausgereiften Form des Reisens entwickelt. Heute profitieren Bikepacker von speziell entwickelter Ausrüstung, durchdachten Befestigungssystemen und einer wachsenden Community, die ihre Erfahrungen und Routen teilt.


Der Unterschied zwischen Bikepacking und klassischem Fahrradtourismus

Während beim traditionellen Radreisen meist auf asphaltierten Radwegen gefahren und das Gepäck in Packtaschen an Gepäckträgern transportiert wird, geht Bikepacking einen anderen Weg. Die Philosophie lässt sich am besten durch den Vergleich verdeutlichen:

Beim Bikepacking verzichtest du bewusst auf Gepäckträger und setzt stattdessen auf ein System aus speziellen Taschen, die aerodynamisch am Fahrrad angebracht werden. Eine Rahmentasche füllt das Dreieck zwischen Ober- und Unterrohr, eine Satteltasche wird unter dem Sattel befestigt, und eine Lenkertasche oder ein Lenkerpack nimmt weitere Ausrüstung auf. Dieses System hält das Gewicht nah am Schwerpunkt des Fahrrads und beeinträchtigt das Fahrverhalten deutlich weniger als herkömmliche Packtaschen.

Die Streckenwahl unterscheidet sich ebenfalls grundlegend: Bikepacker suchen gezielt nach unbefestigten Wegen, Forstwegen und Trails. Gerade hier zeigt sich ein großer Vorteil für alle, die mit einem motorisierten Zweirad unterwegs sind – steile Anstiege und lange Distanzen lassen sich mit elektrischer Unterstützung deutlich komfortabler bewältigen. Ein geeignetes Rad für solche Touren findest du in unserer Produktauswahl, wo wir jedes Modell auf seine Eignung für verschiedene Einsatzbereiche prüfen.

💡 Refurbished E-Bikes:

In unseren Werkstätten überprüfen wir regelmäßig die Rahmengeometrie und Befestigungspunkte von Fahrrädern – wichtige Faktoren, die beim Bikepacking eine entscheidende Rolle spielen.

Die richtige Ausrüstung für dein Bikepacking-Abenteuer


Taschen und Packsysteme


1. Satteltasche: Das Herzstück deiner Ausrüstung, die unter dem Sattel montiert wird und meist Schlafsack, Isomatte und Kleidung aufnimmt


2. Rahmentasche: Nutzt den Raum im Fahrradrahmen optimal aus und eignet sich perfekt für schwere Gegenstände wie Werkzeug, Ersatzteile oder Proviant


3. Lenkertasche oder Lenkerrolle: Bietet Platz für leichte, voluminöse Ausrüstung wie Zelt oder zusätzliche Kleidung


4. Top-Tube-Tasche: Eine kleine Tasche auf dem Oberrohr für Snacks, Smartphone oder andere Dinge, die schnell griffbereit sein sollen


5. Flaschenhalter-Taschen: Zusätzliche Befestigungspunkte an den Flaschenhaltern erweitern deine Kapazität


Die Qualität der Taschen ist entscheidend: Sie müssen wasserdicht, robust und zuverlässig befestigt sein. Achte darauf, dass alle Befestigungspunkte am Fahrrad stabil sind – in unseren Servicewerkstätten überprüfen wir bei der Aufbereitung sämtliche Gewindeeinsätze und Befestigungsmöglichkeiten, um sicherzustellen, dass das Rad auch für anspruchsvolle Einsätze bereit ist.

Campingausrüstung


Was eine gute E-Bike-Garantie beinhalten sollte:

  • Leichtes Zelt oder Biwak: Ein Zelt unter 1,5 kg ist ideal, Biwaksäcke sind noch leichter
  • Kompakter Schlafsack: Wähle nach Jahreszeit und erwarteten Temperaturen
  • Isomatte: Aufblasbare Modelle bieten das beste Packmaß-Komfort-Verhältnis
  • Kochsystem: Gaskocher oder Spiritusbrenner mit kompaktem Kochgeschirr

💡 Praxistipp:

 Bei längeren Touren zeigt sich, wie wichtig die Akkukapazität ist. Moderne Antriebssysteme bieten Reichweiten von 80-120 km, abhängig von Gelände und Unterstützungsstufe. Plane deine Etappen entsprechend und informiere dich vorab über Lademöglichkeiten entlang der Route.

Die Vorteile von Elektroantrieb beim Bikepacking


Bikepacking mit elektrischer Unterstützung eröffnet völlig neue Möglichkeiten. Du kannst längere Distanzen zurücklegen, steile Anstiege meistern, ohne dich vollständig zu verausgaben, und kommst auch nach einem langen Fahrtag noch entspannt am Zielort an. Besonders bei mehrtägigen Touren mit Gepäck zeigt sich der Mehrwert: Die elektrische Unterstützung gleicht das zusätzliche Gewicht der Ausrüstung aus und ermöglicht es dir, auch anspruchsvolle Routen mit Genuss zu fahren.


Ein weiterer Aspekt ist die Flexibilität bei der Routenplanung. Mit einem motorisierten Rad kannst du auch spontan entscheiden, eine längere Variante zu nehmen oder einen zusätzlichen Umweg zu einem besonders reizvollen Aussichtspunkt zu fahren. Die Sorge, deine Kräfte nicht richtig einzuteilen, fällt weitgehend weg.


Die Technologie hat sich in den letzten Jahren enorm weiterentwickelt. Moderne Systeme sind zuverlässig, wetterfest und bieten intuitive Bedienung. Durch unsere Erfahrung in der Aufbereitung und Wartung wissen wir, worauf es bei der Qualität von Antriebssystemen ankommt: Präzise Sensorik, robuste Motoren und langlebige Akkus sind die Grundlage für sorgenfreie Touren.

Welches Fahrrad eignet sich für Bikepacking?

Grundsätzlich lässt sich Bikepacking mit verschiedenen Fahrradtypen umsetzen. Die Wahl hängt von deinen geplanten Routen und persönlichen Vorlieben ab:


  • Gravel-Räder: Die erste Wahl für gemischtes Terrain aus Asphalt und Schotter, mit breiten Reifen und entspannter Geometrie
  • Mountainbikes: Ideal für technische Trails und anspruchsvolles Gelände, robust und geländegängig
  • Tourenräder: Für Routen mit hohem Asphaltanteil, komfortabel über lange Distanzen
  • All-Road-Räder: Vielseitige Allrounder, die verschiedene Untergründe bewältigen

Wichtig sind ausreichend Befestigungspunkte für Flaschenhalter und Taschen, eine stabile Rahmenkonstruktion und zuverlässige Komponenten. Scheibenbremsen sind mittlerweile Standard und bieten auch bei Nässe und mit Gepäck ausreichend Bremsleistung. Bei einem motorisierten Modell solltest du zusätzlich auf die Akkukapazität, die Motorposition und die Möglichkeit achten, einen Zweitakku mitzuführen.

Routenplanung und Navigation

Die Planung ist beim Bikepacking ein wesentlicher Teil des Abenteuers. Anders als bei klassischen Radreisen auf ausgeschilderten Wegen musst du deine Route selbst zusammenstellen. Digitale Planungstools wie Komoot, Strava oder GPSies helfen dabei, interessante Strecken zu finden und die Schwierigkeit realistisch einzuschätzen.


Berücksichtige bei der Planung nicht nur die Distanz, sondern auch die Höhenmeter, die Wegbeschaffenheit und mögliche Versorgungspunkte. Mit elektrischer Unterstützung sind 60-100 km pro Tag gut machbar, abhängig vom Gelände und deiner Fitness. Plane Pufferzeiten ein und informiere dich über Übernachtungsmöglichkeiten – sei es Wildcampen (wo erlaubt), Campingplätze oder Hütten.


Zur Navigation eignen sich GPS-Geräte oder das Smartphone mit entsprechenden Apps. Ein externes Akkupack ist sinnvoll, um die Navigationsfähigkeit über mehrere Tage sicherzustellen. Manche Systeme erlauben es sogar, den Akku des Fahrrads als Powerbank zu nutzen – ein praktisches Feature für längere Touren.

Tipps für deine erste Bikepacking-Tour


Gerade für Einsteiger empfiehlt sich eine gründliche Vorbereitung. In Regionen mit gut ausgebautem Radwegenetz kannst du auch als Anfänger entspannte Bikepacking-Erlebnisse sammeln. Deutschland bietet zahlreiche geeignete Gebiete, von den Mittelgebirgen bis zu den Alpen.

  • Klein anfangen: Starte mit einer Übernachtung und steigere dich langsam
  • Probetour machen: Teste dein Packsystem und die Ausrüstung auf einer Tagestour
  • Gewicht reduzieren: Hinterfrage jedes Teil – weniger ist beim Bikepacking mehr
  • Wetterbericht checken: Passe Kleidung und Ausrüstung den Bedingungen an
  • Notfallplan haben: Speichere wichtige Telefonnummern und informiere jemanden über deine Route

Die Bikepacking-Community


Bikepacking ist mehr als nur eine Art zu reisen – es ist eine wachsende Bewegung von Menschen, die Abenteuerlust, Naturverbundenheit und Minimalismus teilen. Online-Communities, Social-Media-Gruppen und lokale Treffen bieten Möglichkeiten zum Austausch. Hier findest du Routenempfehlungen, Ausrüstungstipps und Inspiration für deine nächste Tour.


Viele erfahrene Bikepacker teilen ihre Routen und Erfahrungen großzügig. Nutze diese Ressourcen, um von anderen zu lernen und eigene Fehler zu vermeiden. Gleichzeitig entwickelst du mit der Zeit deinen eigenen Stil und deine eigenen Vorlieben – Bikepacking ist sehr individuell.


Die Szene ist offen und einladend, egal ob du mit einem klassischen Rad oder mit elektrischer Unterstützung unterwegs bist. Der respektvolle Umgang mit der Natur und anderen Wegenutzern steht dabei immer im Vordergrund. Leave No Trace ist ein wichtiges Prinzip: Hinterlasse die Natur so, wie du sie vorgefunden hast.

Fazit: Warum Bikepacking dein nächstes Abenteuer werden sollte

Bikepacking verbindet Freiheit, Abenteuer und Naturerlebnis auf einzigartige Weise. Du entscheidest selbst, wohin die Reise geht, wie schnell du unterwegs bist und wo du die Nacht verbringst. Die Reduktion auf das Wesentliche schärft den Blick für die Umgebung und schafft intensive Erlebnisse.


Mit der richtigen Ausrüstung und etwas Planung steht deinem ersten Bikepacking-Abenteuer nichts im Weg. Lass dich nicht von Perfektionismus bremsen – die ersten Touren sind Lernprozesse, bei denen du herausfindest, was für dich funktioniert. Jede Tour macht dich erfahrener und selbstbewusster.


Die elektrische Unterstützung öffnet diese Form des Reisens auch für Menschen, die sich klassisches Bikepacking körperlich nicht zutrauen würden. Sie erweitert den Radius, macht längere Touren möglich und sorgt dafür, dass du die Landschaft genießen kannst, statt dich nur auf die nächste Steigung zu konzentrieren. Bei Upway findest du geprüfte und aufbereitete Modelle, die sich hervorragend für den Einstieg ins Bikepacking eignen – jedes mit der Gewissheit, dass es in unseren Werkstätten von Fachleuten überprüft wurde.


Pack deine Taschen, plan deine Route und erlebe, wie bereichernd es ist, mit dem Rad und minimalem Gepäck die Welt zu entdecken. Bikepacking wartet auf dich!