Die Entwickler haben gemeinsam mit Akustik-Forschern untersucht, welche Frequenzen ANC-Systeme besonders schlecht unterdrücken können. Dabei fanden sie diesen kleinen Bereich zwischen etwa 750 und 780 Hertz, quasi eine Art akustische Sicherheitslücke moderner Noise-Canceling-Algorithmen.
Die Forscher der University of Salford testeten die Škoda DuoBell dabei nicht im Labor, sondern in einer ziemlich aufwendigen Kombination aus Akustikmessungen, VR-Simulationen und realitätsnahen Verkehrsszenarien.
Zunächst wurden verschiedene Fahrradklingeln, Hupen und speziell entwickelte Sounds in schalloptimierten Testräumen untersucht. Dabei analysierten die Forscher, wie stark Active Noise Cancelling (ANC) unterschiedliche Frequenzen abschwächt. Das Ergebnis war überraschend klar: Tiefe, tonale Frequenzen unter 1000 Hz wurden von ANC deutlich schlechter herausgefiltert als klassische hohe Fahrradklingeln.
Anschließend folgten VR-Tests mit virtuellen Straßen- und Parkszenarien. Testpersonen trugen ANC-Kopfhörer, wurden zusätzlich durch Aufgaben abgelenkt und mussten auf herannahende Fahrradklingeln reagieren. Besonders interessant: Klingeln mit einer zusätzlichen tiefen Frequenz um 750 Hz wurden im ruhigen Umfeld deutlich früher erkannt. Die besten Varianten verbesserten die Erkennungsdistanz um bis zu 9,2 Meter.
Gleichzeitig zeigte sich aber auch: Im lauten Stadtverkehr bleiben hohe Frequenzen weiterhin wichtig, weil sie sich besser gegen Umgebungsgeräusche durchsetzen. Genau deshalb kombiniert die DuoBell am Ende beide Frequenzbereiche miteinander.