Die Geschichte von Rose Bikes beginnt im Jahr
1907, als Heinrich Rose in der westfälischen Stadt Bocholt einen kleinen Fahrradladen eröffnete. Das Geschäft maß gerade einmal 30 Quadratmeter und warb mit einem Slogan, der heute fast schon absurd klingt: "Der Preis ist im kleinsten Laden am günstigsten." Um durch die harten Wintermonate zu kommen, in denen kaum jemand Fahrräder kaufte, verkaufte Heinrich Rose Nähmaschinen der Marke Dürkopp. Diese Kombination aus Fahrrädern im Sommer und Nähmaschinen im Winter sollte das Geschäftsmodell für Jahrzehnte prägen.
1932 übernahm Heinrich Rose junior das Geschäft und führte es durch die schwierigen Jahre der Wirtschaftskrise und des Zweiten Weltkriegs. Doch der wirkliche Durchbruch kam erst eine Generation später.
1970 übernahmen die Brüder Erwin und Walter Rose die Leitung des Familienunternehmens. Erwin Rose, ein leidenschaftlicher Rennradfahrer, der noch heute mit 76 Jahren jährlich an die 10.000 Kilometer fährt, sollte die Marke grundlegend transformieren.
In den frühen
1980er Jahren erkannte Erwin Rose eine Marktlücke: Hochwertige japanische Fahrräder waren in Europa kaum erhältlich. Als einer der ersten Europäer begann er, Räder von Marken wie Nishiki aus Japan zu importieren. Die Kommunikation mit den japanischen Herstellern erfolgte noch über Telexgeräte der örtlichen Bank, Konstruktionszeichnungen wurden per Luftpost verschickt. Diese frühen Kontakte nach Asien sollten sich als wegweisend erweisen und prägen die Produktionsstrategie von Rose bis heute.
1982 erschien der erste Rose-Katalog: 64 Seiten in Schwarz-Weiß, gedruckt in einer Auflage von 4.000 Exemplaren. Was bescheiden begann, entwickelte sich zu einem umfassenden Nachschlagewerk, das zeitweise über 1.000 Seiten umfasste und sich zum inoffiziellen Standard für Fahrradliebhaber entwickelte.
Der Katalog wurde erst 2014 eingestellt, als der Online-Shop bereits 80 Prozent des Umsatzes generierte. Das explosive Wachstum des Versandhandels machte mehrfache Umzüge notwendig.
1990 bezog Rose ein 1.200 Quadratmeter großes Gebäude im Stadtzentrum, das bereits vier Jahre später zu klein wurde. Der Umzug an den Stadtrand von Bocholt, wo sich die Lager-, Versand- und Verwaltungsabteilungen bis heute befinden, markierte einen weiteren Meilenstein.
1994 führte Rose die Eigenmarke "Red Bull" ein – ja, tatsächlich war Erwin Rose der erste, der diesen Namen in Deutschland als Marke schützen ließ. Als der Energydrink-Hersteller aus Österreich einige Jahre später internationale Bekanntheit erlangte und für
Verwirrung sorgte, benannte Rose seine Fahrradmarke 2008 in den heutigen Namen "Rose" um.
Die Vision einer Fahrrad-Erlebniswelt verwirklichte Erwin Rose
2005 mit der Eröffnung der Biketown in Bocholt: über 6.000 Quadratmeter Verkaufsfläche, Testparcours, Werkstatt und Café. Für die damalige Zeit war dieses Konzept revolutionär und setzte neue Maßstäbe im stationären Fahrradhandel.
2014 folgte ein weiterer, noch ambitionierterer Schritt: Die Eröffnung des Concept Stores in München, wo Kunden ihr Wunsch-E-Bike virtuell konfigurieren und digitale Services mit persönlicher Beratung verschmelzen.
Dieser Store wurde 2015 mit dem "Store of the Year Award" des Handelsverbands Deutschland ausgezeichnet und war bei den World Retail Awards nominiert.
Seit
2011 baut Rose eigene Fahrräder unter eigenem Markennamen. Die Rahmen werden in Asien gefertigt - eine logische Fortführung der Kontakte, die Erwin Rose in den 1980er Jahren knüpfte - während die Endmontage im Werk in Bocholt erfolgt. Diese Strategie erlaubt es Rose, höchste Qualitätsstandards zu gewährleisten und gleichzeitig wettbewerbsfähige Preise anzubieten.
Heute wird das Unternehmen in dritter Generation von Erwins Tochter Stefanie Rose und deren Ehemann Thorsten Heckrath-Rose geleitet. Mit rund 500 Mitarbeitern und einem Umsatz von etwa 148 Millionen Euro (2020/2021) gehört
Rose heute zu den renommiertesten Fahrradherstellern Deutschlands.