SRAM Eagle S-Serie 2026: S100, S200 und S500 AXS im Vergleich

SRAM räumt seine 12-fach-Eagle-Welt radikal auf: Aus neun Gruppen werden drei. Wir erklären, was S100, S200 und S500 AXS ersetzen, was das neue UDH Half Mount kann – und was das für dein bestehendes GX-, X01- oder XX1-Bike bedeutet.

SRAM Eagle S-Serie 2026: S100, S200 & S500 erklärt
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Was die neue S-Serie für dein bestehendes Eagle-Bike bedeutet

Kurz vorweg, weil das die meiste Sorge auslöst: Dein GX-, X01- oder XX1-Bike wird durch die S-Serie nicht über Nacht unbrauchbar. Die komplette S-Serie bleibt vollständig rückwärtskompatibel zur klassischen Eagle-Plattform – gleiche Ketten, gleiches Grundprinzip, kein neuer Rahmenstandard. Du kannst also weiterhin einzelne Verschleißteile ersetzen oder gezielt aufrüsten, ganz ohne Zwang zum Komplettwechsel.

Mit der neuen Eagle S-Serie baut SRAM seine klassische 12-fach-Plattform trotzdem spürbar um. Statt neun einzelner Gruppen gibt es ab sofort nur noch drei. Von der Eagle-Serie selbst verabschiedet sich SRAM dabei aber nicht – die komplette Plattform bleibt weiterhin relevant. Die neue S-Serie richtet sich gezielt an Fahrer:innen, die kein T-Type Transmission fahren können oder bewusst beim klassischen Schaltauge bleiben wollen. Gerade im E-MTB-Bereich dürfte das ein großes Thema bleiben: Viele Bikes auf dem Markt haben weiterhin keinen UDH-Rahmen oder setzen bewusst auf konventionelle Schaltwerk-Montage.

Wie die neue SRAM Eagle S-Serie performt und wie sie aufgenommen wird, schauen wir uns bei Upway heute im Detail an.

Die Eagle S-Serie schließt eine wichtige Lücke

Technisch bleibt die S-Serie vollständig im bisherigen Eagle-Kosmos verankert: keine Flat-Top-Kette, kein Full-Mount-Transmission-System, keine proprietären Rahmenstandards. Stattdessen setzt SRAM auf maximale Rückwärtskompatibilität – alle S-Komponenten funktionieren mit den bisherigen Eagle-Ketten und -Kassetten.

Denn die alte Eagle-Welt war extrem unübersichtlich geworden: mechanische GX, elektronische GX AXS, X01, XX1, SX, NX, dazu verschiedene Kassetten, Kurbeln und Ersatzteile. Für Händler, Werkstätten und Kund:innen bedeutete das eine enorme Sortimentsbreite und eine komplizierte Ersatzteil-Logistik. Mit der S-Serie reduziert SRAM dieses Chaos deutlich – neun Gruppen werden auf drei Produktlinien reduziert.

SRAM Eagle S-Serie 2026: Welche Gruppe ersetzt was?

Neue GruppeErsetzt bisherige Eagle-Gruppen
S100SX Eagle + NX Eagle
S200GX Eagle + X01 Eagle
S500 AXSGX AXS + X01 AXS + XX1 AXS

Wichtig: Die neue S-Serie bleibt Teil der klassischen Eagle-Plattform und ist nicht mit SRAM Transmission gleichzusetzen. Das heißt aber nicht, dass alle Unterschiede verschwinden – SRAM hat bestimmte Technologien und Materialien neu verteilt, wodurch teilweise interessante Mischformen entstehen.

SRAM Eagle S100: der neue Einstieg

Die S100 übernimmt künftig den Einstieg in die Eagle-Welt. Sie ersetzt SX und NX Eagle und richtet sich vor allem an günstigere Komplettbikes sowie E-MTBs mit Fokus auf Robustheit.

Interessant ist dabei vor allem die Kassette: Während nahezu alle anderen Eagle-Systeme mit 10-52T arbeiten, nutzt die S100 die PG-1210-Kassette mit 11-50T. Dadurch ergibt sich eine kleinere Übersetzungsbandbreite von 455 % statt 520 %. Der Hintergrund ist simpel: Die PG-1210-Kassette nutzt einen klassischen HG-Freilaufkörper statt XD. Das reduziert die Kosten deutlich und macht die Gruppe besonders attraktiv für günstigere Bikes und Nachrüstungen.

Außerdem setzt SRAM hier stark auf E-Bike-Tauglichkeit: Die kleinen Ritzel mit 11, 13 und 15 Zähnen lassen sich einzeln tauschen. Gerade bei E-MTBs verschleißen diese Ritzel besonders schnell – statt eine komplette Kassette zu ersetzen, tauschst du nur einzelne Ritzel. Auch bei der Langzeit-Haltbarkeit hat SRAM offenbar nachgelegt: Laut Hersteller erhält das Schaltwerk einen überarbeiteten Fitting-Prozess für die Lagerbuchsen, der Spiel reduzieren und die Präzision langfristig stabil halten soll – ältere SX-Schaltwerke galten hier oft als Schwachpunkt. Während S200 und S500 weiterhin auf die bekannte Type-3-Clutch setzen, nutzt die S100 einen einfacheren Drag-Spring-Dämpfer.

Das neue UDH Half Mount System

Die größte technische Neuerung der S100 ist das sogenannte UDH Half Mount: eine zusätzliche Verstärkungsplatte, die konzentrisch zur Achse verschraubt wird und das Schaltwerk zusätzlich am Rahmen abstützt. Das System erinnert an externe Hanger-Guard-Lösungen, wird bei SRAM aber erstmals direkt ab Werk verbaut.

Der Gedanke dahinter ist nachvollziehbar: Klassische Schaltwerke hängen relativ exponiert am Rahmen, und besonders schwere E-MTBs erzeugen bei Einschlägen enorme Kräfte. Das Half Mount soll diese Belastungen besser verteilen und die Gefahr verbogener Schaltaugen reduzieren. SRAM bietet dieses System aktuell ausschließlich für die S100 an.

Eine weitere Änderung betrifft die Kurbellängen: Selbst die günstige S100 bietet jetzt Längen von 155 bis 175 mm. Gerade im modernen MTB- und E-MTB-Bereich ist das ein wichtiger Schritt, weil kürzere Kurbeln die Bodenfreiheit verbessern und eine aktivere Fahrposition ermöglichen. Die S100-Kurbeln bestehen aus Aluminium und nutzen weiterhin den älteren Powerspline-Standard – die Gruppe bleibt dadurch günstig, technisch aber klar unterhalb der DUB-basierten Systeme. Die verfügbaren Kettenblattgrößen liegen zwischen 30T und 34T.

SRAM Eagle S200: die neue mechanische Mittelklasse

Die wahrscheinlich spannendste Gruppe der neuen Serie dürfte die S200 werden. Sie ersetzt praktisch GX und X01 Mechanical und positioniert sich als hochwertiges mechanisches Arbeitstier.

Technisch ist die S200 deutlich näher an den bisherigen High-End-Gruppen als an SX oder NX. Das beginnt bereits beim Schaltwerk: Hier setzt SRAM auf eine Type-3-Roller-Bearing-Clutch und einen Stahlkäfig, was für deutlich bessere Kettenstabilisierung und höhere Haltbarkeit im Trail- und E-MTB-Einsatz sorgt. Außerdem unterstützt die S200 sowohl 10-50T- als auch 10-52T-Kassetten und erreicht damit wieder die volle 520-%-Bandbreite der bisherigen Eagle-Plattform.

Im Gegensatz zur S100 setzt die S200 auf XD-Freilaufkörper und die deutlich leichtere XG-1275-Kassette. Diese nutzt weiterhin SRAMs FULL-PIN-Konstruktion, bei der die einzelnen Ritzel über hochfeste Edelstahlpins verbunden werden – das spart gegenüber günstigeren Stahlkassetten Gewicht und verbessert gleichzeitig die Selbstreinigung bei Schlamm. Insgesamt wiegt die XG-1275 rund 180 Gramm weniger als die PG-1210 der S100.

Neue Stealth-Shifter und X-Actuation

Sowohl S100 als auch S200 erhalten neue Shifter mit Stealth-Kabelführung: Das Kabel verläuft näher am Lenker und sorgt für ein aufgeräumteres Cockpit. Die S200-Shifter orientieren sich optisch stark an den Eagle-90- und -70-Triggern, bleiben aber vollständig X-Actuation-kompatibel. Der S200-Shifter unterstützt Matchmaker X und lässt sich direkt an SRAM-Bremsen montieren – das spart Platz am Cockpit und wirkt moderner als die bisherigen GX-Hebel.

Auffällig ist, dass SRAM bei den neuen mechanischen Gruppen konsequent auf Single-Click-Shifter setzt. Gerade im E-MTB-Bereich dürfte das regulatorische Gründe haben.

S500 AXS: die letzte klassische High-End-Eagle?

Die S500 AXS übernimmt künftig die Rolle der bisherigen GX-AXS-, X01-AXS- und XX1-AXS-Gruppen. Damit bleibt SRAMs klassisches kabelloses Eagle-System erhalten – für alle relevant, die nicht auf Transmission wechseln möchten oder schlicht keinen kompatiblen UDH-Rahmen besitzen.

Technisch kombiniert die S500 bekannte AXS-Technologie mit klassischen Eagle-Komponenten. Das Schaltwerk besitzt weiterhin die Overload Clutch: Bei seitlichen Einschlägen entkoppelt sich das Getriebe kurzzeitig und bewegt sich nach innen, um Schäden zu vermeiden, bevor es wieder in seine Ausgangsposition zurückfährt. Die Kurbeln bestehen aus Carbon und sind in 165, 170 und 175 mm erhältlich, zusätzlich gibt es DUB-Wide-Versionen für 55-mm-Kettenlinien. Bei der Kassette setzt SRAM weiterhin auf die bekannte XG-1299 – eine neue Kassette gibt es für die S500 offenbar nicht.

Wichtig: Auch die S500 nutzt weiterhin klassische Eagle-Ketten und keine Flat-Top-Ketten wie Transmission. Interessant ist außerdem, dass SRAM die S500 explizit auch für Gravel-Bikes positioniert – durch die volle AXS-Kompatibilität lässt sich das System problemlos mit Drop-Bar-Controllern kombinieren. Dass SRAM die S500 dabei bewusst als Nachrüstlösung positioniert, kommt bestehenden Eagle-Fahrer:innen sehr entgegen: Das Upgrade-Kit richtet sich explizit an alle, die auf kabelloses AXS umrüsten möchten, ohne die komplette Gruppe zu tauschen.

Preise der neuen SRAM Eagle S-Serie

So positioniert SRAM die neue S100-, S200- und S500-Serie preislich innerhalb der klassischen Eagle-Welt.

S100, S200 und S500 AXS im Preisvergleich

KomponenteS100S200S500 AXS
Schaltwerk70 $135 $390 $
Shifter30 $40 $160 $
Kassette85 $220 $545 $
Kurbel70 $100 $365 $

Besonders die S100 richtet sich an preisbewusste Trail- und E-MTB-Fahrer:innen, während die S500 AXS die Rolle der klassischen High-End-Eagle-Plattform übernimmt.

Was die neue S-Serie für Werkstätten, Refurbisher und für uns bei Upway bedeutet

Die komplette S-Serie bleibt rückwärtskompatibel zur bisherigen Eagle-Welt. Wer aktuell GX, X01 oder XX1 fährt, kann künftig einzelne Komponenten problemlos ersetzen oder aufrüsten – gerade im Aftermarket dürfte das enorm wichtig werden, weil Millionen bestehender Bikes weiterhin klassische Eagle-Schaltungen mit herkömmlichem Schaltauge nutzen.

Aus Upway-Perspektive ist genau das wahrscheinlich der wichtigste Punkt an der neuen S-Serie. Wir sehen im Refurbishment-Alltag seit Jahren, dass klassische Eagle-Schaltungen generell sehr solide altern. Besonders GX und X01 gehören für uns zu den zuverlässigeren High-Volume-Antrieben im MTB- und E-MTB-Bereich: Ersatzteile sind verfügbar, die Systeme lassen sich sauber einstellen und auch nach vielen Kilometern oft wirtschaftlich instand setzen. Beim Check eines gebrauchten Bikes zählt das genauso wie der Zustand von Kette oder Riemen – beides gehört zu den Verschleißteilen, die bei einem gebraucht gekauften E-Bike am ehesten Auskunft über die tatsächliche Nutzung geben.

SRAM Transmission funktioniert technisch beeindruckend, setzt aber deutlich stärker auf bestimmte Rahmenstandards und komplexere Komponenten. Die neue S-Serie wirkt dagegen wie ein bewusst pragmatischer Schritt: SRAM hält die bestehende Eagle-Welt langfristig am Leben und vereinfacht gleichzeitig das Portfolio massiv. Für Werkstätten, Refurbisher und Fahrer:innen ist das letztlich eine gute Nachricht.

Fazit

Mit der neuen Eagle S-Serie räumt SRAM sein komplettes MTB-Schaltungsprogramm radikal auf. Die frühere Auswahl aus GX, X01, XX1, NX und SX war über Jahre extrem fragmentiert – die neue Dreiteilung wirkt deutlich klarer. Spannend ist dabei vor allem, dass SRAM die klassische Eagle-Plattform keineswegs sterben lässt: Die S-Serie zeigt deutlich, dass klassische Schaltaugen noch viele Jahre relevant bleiben. Die S100 positioniert sich als robuste Budget-Lösung mit cleveren Details wie dem Half Mount und tauschbaren Ritzeln, die S200 dürfte für viele Trail- und E-MTB-Fahrer:innen der Sweet Spot werden, und die S500 AXS hält das klassische kabellose System für alle am Leben, die kein Transmission fahren wollen. Für bestehende Eagle-Fahrer:innen ist das die wichtigste Botschaft: Eure Plattform bleibt relevant.

Häufig gestellte Fragen zur SRAM Eagle S-Serie

Was ist die SRAM Eagle S-Serie 2026?

Die SRAM Eagle S-Serie 2026 ist die neue Struktur der klassischen 12-fach-Eagle-Plattform von SRAM. Statt vieler einzelner Gruppen wie GX, X01, XX1, NX oder SX gibt es künftig nur noch drei Hauptlinien: S100, S200 und S500 AXS.

Welche SRAM-Gruppen werden durch S100, S200 und S500 ersetzt?

S100 ersetzt SX Eagle und NX Eagle, S200 ersetzt GX Eagle und X01 Eagle, S500 AXS ersetzt GX AXS, X01 AXS und XX1 AXS. Damit wird die bisher unübersichtliche Eagle-Welt deutlich klarer.

Ist die SRAM Eagle S-Serie mit älteren Eagle-Komponenten kompatibel?

Ja, und das ist einer der wichtigsten Punkte der neuen Plattform. Die komplette S-Serie bleibt mit bisherigen Eagle-12-fach-Komponenten kompatibel, das betrifft Ketten, Kassetten, Shifter und viele Kurbel-Konfigurationen. Fahrer:innen bestehender GX-, X01- oder XX1-Bikes können einzelne Teile weiterhin problemlos tauschen oder aufrüsten.

Kann ich meine alte Eagle-Kette und -Kassette mit der neuen S-Serie weiterfahren?

In den meisten Fällen ja. Die S-Serie nutzt bewusst keine Flat-Top-Kette wie SRAM Transmission, sondern bleibt bei den klassischen Eagle-Ketten. Welche Kassette exakt zu welchem Schaltwerk passt, unterscheidet sich aber je nach Tier – prüfe das im Zweifel anhand der Freilaufkörper-Angabe (HG oder XD) deines Laufrads.

Was ist das neue UDH Half Mount bei der SRAM S100?

Das UDH Half Mount ist eine zusätzliche Verstärkungsplatte für das S100-Schaltwerk. Sie wird zusammen mit einem UDH-Schaltauge montiert und stabilisiert das Schaltwerk zusätzlich am Rahmen. Gerade bei schweren E-MTBs soll das System die Gefahr verbogener Schaltaugen bei seitlichen Einschlägen reduzieren.

Welche SRAM Eagle S-Serie eignet sich am besten für E-MTBs?

Das hängt vom Einsatzbereich ab. Die S100 richtet sich an robuste, preisgünstige E-MTBs mit Fokus auf Haltbarkeit. Die S200 dürfte für viele Fahrer:innen der interessanteste Sweet Spot sein, weil sie mechanisch, robust und gleichzeitig hochwertiger aufgebaut ist. Die S500 AXS richtet sich an alle, die ein kabelloses High-End-System möchten, aber kein SRAM Transmission fahren wollen.

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