SRAM Eagle 2026 komplett neu aufgestellt: Alles zur neuen S-Serie

Upway Editorial Team, Spezialisten für refurbished E-Bikes

Aktualisiert am 03. Februar 2026  |  10 Min. Lesezeit

Mit der neuen Eagle S-Serie baut SRAM seine klassische 12-fach-Eagle-Plattform radikal um. Statt neun einzelner Gruppen gibt es ab sofort nur noch drei.  SRAM verabschiedet sich daberi aber nicht von der Eagle Serie selbst. Die komplette Plattform bleibt weiterhin relevant. Die neue S-Serie richtet sich gezielt an Fahrer, die kein T-Type Transmission fahren können oder bewusst beim klassischen Schaltauge bleiben wollen. Gerade im E-MTB-Bereich dürfte das ein riesiges Thema bleiben. Viele Bikes auf dem Markt besitzen weiterhin keinen UDH-Rahmen oder setzen bewusst auf konventionelle Derailleur-Montage.

Wie die neue SRAM Eagle S-Serie perfomt und wie sie aufgenommen wird, schauen wir von Upway uns heute im Deatail an.

Die Eagle S-Serie von SRAM schließt eine wichtige Lücke

Technisch bleibt die S-Serie vollständig im bisherigen Eagle-Kosmos verankert. Keine Flat-Top-Kette, kein Full-Mount-Transmission-System, keine proprietären Rahmenstandards. Stattdessen setzt SRAM auf maximale Rückwärtskompatibilität. Alle S-Komponenten funktionieren weiterhin mit den bisherigen Eagle-Ketten und Kassetten. 

Denn die alte Eagle-Welt war extrem unübersichtlich geworden. Mechanische GX, elektronische GX AXS, X01, XX1, SX, NX, verschiedene Kassetten, unterschiedliche Kurbeln, verschiedene Ersatzteile. Für Händler, Werkstätten und Kunden bedeutete das enorme SKU-Mengen und komplizierte Ersatzteil-Logistik.

Mit der S-Serie reduziert SRAM dieses Chaos massiv. Neun Gruppen werden auf drei Produktlinien reduziert.

SRAM Eagle S-Serie 2026: Welche Gruppe ersetzt was?

SRAM reduziert die klassische Eagle-Welt auf drei neue Linien: S100, S200 und S500 AXS.

Neue Gruppe Ersetzt bisherige Eagle-Gruppen
S100 SX Eagle + NX Eagle
S200 GX Eagle + X01 Eagle
S500 AXS GX AXS + X01 AXS + XX1 AXS
Hinweis: Die neue S-Serie bleibt Teil der klassischen Eagle-Plattform und ist nicht mit SRAM Transmission gleichzusetzen.

Das bedeutet allerdings nicht, dass alle Unterschiede verschwinden. SRAM hat vielmehr bestimmte Technologien und Materialien neu verteilt. Dadurch entstehen teilweise ziemlich interessante Mischformen.

SRAM Eagle S100: Der neue Einstieg

Die S100 übernimmt künftig den Einstieg in die Eagle-Welt. Sie ersetzt SX und NX Eagle und richtet sich vor allem an günstigere Komplettbikes sowie E-MTBs mit Fokus auf Robustheit.

Interessant ist dabei vor allem die Kassette. Während nahezu alle anderen Eagle-Systeme mit 10-52T arbeiten, nutzt die S100 die PG-1210 Kassette mit 11-50T. Dadurch ergibt sich eine kleinere Übersetzungsbandbreite von 455 % statt 520 %.

Der Hintergrund ist simpel: Die PG-1210 Kassette nutzt einen klassischen HG-Freilaufkörper statt XD. Das reduziert die Kosten massiv und macht die Gruppe besonders attraktiv für günstigere Bikes und Nachrüstungen.

Außerdem setzt SRAM hier stark auf E-Bike-Tauglichkeit. Die kleinen Ritzel mit 11, 13 und 15 Zähnen lassen sich einzeln tauschen. Gerade bei E-MTBs verschleißen diese Ritzel besonders schnell. Statt eine komplette Kassette ersetzen zu müssen, können nur einzelne Ritzel getauscht werden. Auch scheint SRAM speziell bei der S100 stark an der Langzeit-Haltbarkeit gearbeitet zu haben. Laut SRAM erhält das Schaltwerk einen überarbeiteten Bushing-Fitment-Prozess, der Spiel reduzieren und die Präzision langfristig stabil halten soll. Gerade ältere SX-Schaltwerke galten hier oft als Schwachpunkt. Und während S200 und S500 weiterhin auf die bekannte Type-3-Clutch setzen, nutzt die S100 lediglich einen einfacheren Drag-Spring-Dämpfer.

Das neue UDH Half Mount System

Die größte technische Neuerung der S100 ist allerdings das sogenannte UDH Half Mount.

Dabei handelt es sich um eine zusätzliche Verstärkungsplatte, die konzentrisch zur Achse verschraubt wird und das Schaltwerk zusätzlich am Rahmen abstützt. Das System erinnert stark an externe Hanger Guards oder Lösungen wie den Madrone Jab. SRAM nutzt das System allerdings erstmals direkt ab Werk.

Der Gedanke dahinter ist nachvollziehbar: Klassische Schaltwerke hängen weiterhin relativ exponiert am Rahmen. Besonders schwere E-MTBs erzeugen bei Einschlägen enorme Kräfte. Das Half Mount soll diese Belastungen besser verteilen und die Gefahr verbogener Schaltaugen reduzieren.

Interessant ist dabei, dass SRAM dieses System ausschließlich für die S100 anbietet.

S100 Kurbeln: Mehr Auswahl als früher

Eine weitere interessante Änderung betrifft die Kurbellängen. Selbst die günstige S100 bietet jetzt Längen von 155 bis 175 mm.

Gerade im modernen MTB- und E-MTB-Bereich ist das ein ziemlich wichtiger Schritt. Kürzere Kurbeln werden immer beliebter, weil sie Bodenfreiheit verbessern und eine aktivere Fahrposition ermöglichen.

Die S100-Kurbeln bestehen aus Aluminium und nutzen weiterhin den älteren Powerspline-Standard. Dadurch bleibt die Gruppe günstig, technisch aber klar unterhalb der DUB-basierten Systeme.

Die verfügbaren Kettenblattgrößen liegen zwischen 30T und 34T.

SRAM Eagle S200: Die neue mechanische Mittelklasse

Die wahrscheinlich spannendste Gruppe der neuen Serie dürfte die S200 werden. Sie ersetzt praktisch GX und X01 Mechanical und positioniert sich als hochwertiges mechanisches Arbeitstier.

Technisch ist die S200 deutlich näher an den bisherigen High-End-Gruppen als an SX oder NX. Das beginnt bereits beim Schaltwerk.

Hier setzt SRAM auf eine Type 3 Roller Bearing Clutch und einen Stahlkäfig. Das sorgt für deutlich bessere Kettenstabilisierung und höhere Haltbarkeit im Trail- und E-MTB-Einsatz.

Außerdem unterstützt die S200 sowohl 10-50T als auch 10-52T Kassetten. Damit erreicht die Gruppe wieder die volle 520-%-Bandbreite der bisherigen Eagle-Plattform.

Im Gegensatz zur S100 setzt die S200 auf XD-Freilaufkörper und die deutlich leichtere XG-1275 Kassette.  Die XG-1275 Kassette der S200 nutzt weiterhin SRAMs FULL-PIN-Konstruktion, bei der die einzelnen Ritzel über hochfeste Edelstahlpins verbunden werden. Gegenüber günstigeren Stahlkassetten spart das Gewicht und verbessert gleichzeitig die Selbstreinigung bei Schlamm. Diese wiegt rund 180 Gramm weniger als die PG-1210.

Neue Stealth-Shifter und X-Actuation

Sowohl S100 als auch S200 erhalten neue Shifter mit „Stealth Routing“. Das Kabel verläuft näher am Lenker und sorgt für ein aufgeräumteres Cockpit.

Die S200-Shifter orientieren sich optisch stark an den Eagle 90 und 70 Triggern. Gleichzeitig bleibt die Gruppe vollständig X-Actuation-kompatibel.

Der S200-Shifter unterstützt Matchmaker X und lässt sich direkt an SRAM-Bremsen montieren. Das spart Platz am Cockpit und wirkt deutlich moderner als die bisherigen GX-Hebel.

Auffällig ist allerdings: SRAM scheint bei den neuen mechanischen Gruppen konsequent auf Single-Click-Shifter zu setzen. Gerade im E-MTB-Bereich dürfte das regulatorische Gründe haben.

S500 AXS: Die letzte klassische High-End-Eagle?

Die S500 AXS übernimmt künftig die Rolle der bisherigen GX AXS-, X01 AXS- und XX1 AXS-Gruppen.

Damit bleibt SRAMs klassisches kabelloses Eagle-System weiterhin erhalten. Für viele Fahrer dürfte das extrem relevant sein. Nicht jeder möchte auf Transmission wechseln oder besitzt überhaupt einen kompatiblen UDH-Rahmen.

Technisch kombiniert die S500 bekannte AXS-Technologie mit klassischen Eagle-Komponenten. Das Schaltwerk besitzt weiterhin die Overload Clutch. Bei seitlichen Einschlägen entkoppelt sich das Getriebe kurzzeitig und bewegt sich nach innen, um Schäden zu vermeiden. Anschließend fährt das Schaltwerk wieder in seine Ausgangsposition zurück.

Die Kurbeln bestehen aus Carbon und sind in 165, 170 und 175 mm erhältlich. Zusätzlich gibt es DUB-Wide-Versionen für 55-mm-Kettenlinien.

Bei der Kassette setzt SRAM weiterhin auf die bekannte XG-1299. Eine neue Kassette gibt es für die S500 offenbar nicht.

Wichtig: Auch die S500 nutzt weiterhin klassische Eagle-Ketten und keine Flat-Top-Ketten wie Transmission. Interessant ist außerdem, dass SRAM die S500 explizit auch für Gravel-Bikes positioniert. Durch die volle AXS-Kompatibilität lässt sich das System problemlos mit Drop-Bar-Controllern kombinieren. Das SRAM die S500 bewusst als Nachrüstlösung positioniert, kommt dem sehr entgegen. Das neue Upgrade-Kit richtet sich explizit an bestehende Eagle-Fahrer, die auf kabelloses AXS umrüsten möchten, ohne ihre komplette Gruppe tauschen zu müssen.

Preise der neuen SRAM Eagle S-Serie

SRAM Eagle S-Serie 2026: Preisübersicht

So positioniert SRAM die neue S100-, S200- und S500-Serie preislich innerhalb der klassischen Eagle-Welt.

Komponente S100 S200 S500
Schaltwerk 70 $ 135 $ 390 $
Shifter 30 $ 40 $ 160 $
Kassette 85 $ 220 $ 545 $
Kurbel 70 $ 100 $ 365 $

Refurbished Bike kaufen und neue SRAM Eagle S-Serie nachrüsten

Was die neue S-Serie für bestehende Eagle-Fahrer und für uns bei Upway bedeutet

Die komplette S-Serie bleibt rückwärtskompatibel zur bisherigen Eagle-Welt. Wer aktuell GX, X01 oder XX1 fährt, kann künftig einzelne Komponenten problemlos ersetzen oder upgraden. Gerade im Aftermarket dürfte das enorm wichtig werden. Millionen bestehender Bikes nutzen weiterhin klassische Eagle-Schaltungen mit herkömmlichem Schaltauge.

Aus Upway-Perspektive ist genau das wahrscheinlich einer der wichtigsten Punkte an der neuen S-Serie. Wir sehen im Refurbishment-Alltag seit Jahren, dass die klassischen Eagle-Schaltungen generell sehr solide altern. Besonders GX und X01 gehören für uns zu den zuverlässigeren High-Volume-Antrieben im MTB- und E-MTB-Bereich. Ersatzteile sind verfügbar, die Systeme lassen sich sauber einstellen und auch nach vielen Kilometern oft wirtschaftlich instandsetzen. Genau das macht sie für refurbished Bikes interessant.

Transmission funktioniert technisch beeindruckend, setzt aber eben deutlich stärker auf bestimmte Rahmenstandards und komplexere Komponenten. Die neue S-Serie wirkt dagegen wie ein bewusst pragmatischer Schritt. SRAM hält die bestehende Eagle-Welt langfristig am Leben, vereinfacht aber gleichzeitig das Portfolio massiv. Für Werkstätten, Refurbisher und Fahrer ist das letztlich eine ziemlich gute Nachricht. Das gefällt uns.

Fazit: SRAM macht mit der neuen Eagle 2026 S-Serie vieles sehr sehr richtig 

Mit der neuen Eagle S-Serie räumt SRAM sein komplettes MTB-Schaltungsprogramm radikal auf. Die riesige Auswahl aus GX, X01, XX1, NX und SX war über Jahre extrem fragmentiert geworden. Die neue Struktur wirkt deutlich klarer.

Spannend ist dabei vor allem, dass SRAM die klassische Eagle-Plattform keineswegs sterben lässt. Im Gegenteil. Die S-Serie zeigt ziemlich deutlich, dass klassische Schaltaugen noch viele Jahre relevant bleiben werden. Gerade im E-MTB-Bereich dürfte das Thema enorm wichtig bleiben.

Die S100 positioniert sich klar als robuste Budget-Lösung mit cleveren Details wie dem Half Mount und tauschbaren Ritzeln. Die S200 dürfte für viele Trail- und E-MTB-Fahrer der Sweet Spot werden. Mechanisch, robust, kompatibel und technisch erstaunlich nah an den bisherigen High-End-Gruppen. Die S500 wiederum hält das klassische AXS-System am Leben und bietet eine kabellose Alternative für alle, die kein Transmission fahren wollen.

Für bestehende Eagle-Fahrer ist das wahrscheinlich die wichtigste Botschaft: Eure Plattform bleibt weiterhin relevant.

Häufig gestellte Fragen

Was ist die SRAM Eagle S-Serie 2026?

Die SRAM Eagle S-Serie 2026 ist die neue Struktur der klassischen Eagle-12-fach-Plattform von SRAM. Statt vieler einzelner Gruppen wie GX, X01, XX1, NX oder SX gibt es künftig nur noch drei Hauptlinien: S100, S200 und S500 AXS. Damit vereinfacht SRAM das komplette Portfolio rund um mechanische und elektronische Eagle-Schaltungen.

Welche SRAM-Gruppen werden durch die neuen S100, S200 und S500 ersetzt?

Die neue SRAM Eagle S-Serie ersetzt insgesamt neun bisherige Eagle-Gruppen:

  • S100 ersetzt SX Eagle und NX Eagle
  • S200 ersetzt GX Eagle und X01 Eagle
  • S500 AXS ersetzt GX AXS, X01 AXS und XX1 AXS

Dadurch wird die bisher sehr unübersichtliche Eagle-Welt endlich deutlich übersichtlicher.

Ist die SRAM Eagle S-Serie mit älteren Eagle-Komponenten kompatibel?

Ja. Genau das ist einer der wichtigsten Punkte der neuen Plattform. Die komplette S-Serie bleibt mit bisherigen Eagle-12-fach-Komponenten kompatibel. Das betrifft Ketten, Kassetten, Shifter und viele Kurbel-Konfigurationen. Fahrer bestehender GX-, X01- oder XX1-Bikes können deshalb einzelne Teile weiterhin problemlos tauschen oder upgraden.

Was ist das neue UDH Half Mount bei der SRAM S100?

Das neue UDH Half Mount ist eine zusätzliche Verstärkungsplatte für das S100-Schaltwerk. Sie wird zusammen mit einem UDH-Schaltauge montiert und stabilisiert das Schaltwerk zusätzlich am Rahmen. Gerade bei schweren E-MTBs soll das System die Gefahr verbogener Schaltaugen und Schäden bei seitlichen Einschlägen reduzieren.

Welche SRAM Eagle S-Serie eignet sich am besten für E-MTBs?

Das hängt stark vom Einsatzbereich ab. Die S100 richtet sich eher an robuste und preisgünstige E-MTBs mit Fokus auf Haltbarkeit. Die S200 dürfte für viele Fahrer der interessanteste Sweet Spot sein, weil sie mechanisch, robust und gleichzeitig deutlich hochwertiger aufgebaut ist. Die S500 AXS wiederum richtet sich an Fahrer, die ein kabelloses High-End-System möchten, aber kein SRAM Transmission fahren wollen.

Wie bewertet Upway die neue SRAM Eagle S-Serie?

Aus unserer Perspektive ist die neue S-Serie ein sinnvoller Schritt. Gerade klassische GX- und X01-Eagle-Schaltungen haben sich im Refurbishment-Alltag als langlebig und gut wartbar erwiesen. Ersatzteile sind verfügbar, die Systeme lassen sich sauber einstellen und wirtschaftlich instandsetzen. Dass SRAM diese klassische Eagle-Plattform nun langfristig weiterführt, dürfte deshalb nicht nur für Fahrer, sondern auch für Werkstätten und den Refurbishment-Markt eine gute Nachricht sein.

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Wir sind die Spezialisten für refurbished E-Bikes bei Upway. Unser Redaktionsteam analysiert Technik, Trends und Nutzung mit einem klaren Anspruch: gute Entscheidungen brauchen gute Informationen. Nachhaltig, praxisnah und immer mit Blick auf das, was E-Bike-Fahren heute wirklich bedeutet.