Frankreich E-Bike-Tour: La Vélodyssée

Upway Editorial Team, Spezialisten für refurbished E-Bikes

Aktualisiert am 22. März 2026  |  10 Min. Lesezeit

Der Titel ist nicht ganz zutreffend, wäre aber sonst zu lang geworden. Ich bin von Rennes nach Arcachon gefahren und ein Stück des Weges auf der Vélodyssée - ein E-Bike Urlaub mehr als striktes Abfahren eines Radweges. Die Route in Stichworten:

 

- Ungefähr 1000 km
- Rennes nach Arcachon
- Route: Rennes, St. Brieuc, Canal de Brest à Nantes, Nantes, Royan, Arcachon
- 11 Tage
- Züge Karlsruhe - Rennes, Arcachon - Strasbourg
- 7 Croissants, 2 Flan nature, 1 Jesuite, 2 Baguettes

Die Zugfahrt

Wer in den Sommermonaten in Frankreich mit seinem Fahrrad oder E-Bike den Zug benutzen möchte, der tut gut daran, frühzeitig zu buchen. Die Fahrradplätze sind spärlich und schnell ausgebucht, vor allem im August. 

Der August ist aber sowieso zu heiß, um sich in den Pinienwäldern entlang der südlichen Atlantikküste herumzutreiben. Auf dieser Tour wurde ein Streckenabschnitt wegen Brandgefahr gesperrt, aber da war ich schon mittendrin…


Dein Zugticket buchst du über die Seite der SNCF. Dort kannst du angeben, dass du ein nicht klappbares Fahrrad mitnehmen wirst. Dann werden dir nur die Züge angezeigt, die Fahrradplätze haben. 


In Frankreich muss man mindestens 2 Minuten vor Abfahrt am Gleis erscheinen, sonst kann es dir passieren, dass dich die Schaffner, die am Bahnsteig die Tickets kontrollieren, nicht auf den Zug lassen. 

Rennes nach St. Brieuc

Rennes ist ein bisschen runter gerockt und so habe ich schnell das Weite gesucht - den Norden um genauer zu sein. Mit dem E-Bike hat man ja einen Nachteil gegenüber einem normalen Fahrrad und das ist der Akku beziehungsweise dessen Kapazität.
Da mein Zug am späten Nachmittag in Rennes ankam, hatte ich keine Lust, noch weit zu fahren. Der erste Campingplatz, der noch Platz hatte, war 30 km von der Stadt entfernt und ganz ok.
Bis nach St. Brieuc habe ich noch ein Mal übernachtet - konnte die Leute gerade so überreden, mich aufzunehmen, denn der Campingplatz war voll und in der Gegend gibt es wenige. 
 

St. Brieuc nach Nantes

Die Côte du granit rose ist mega schön, breite Strände, hügelige Landschaft abseits der Strände - aber hier: weit und breit kein Campingplatz, keine Kirche - nichts zum Aufladen des Akkus. 


Das Schicksal meint es im Allgemeinen immer gut mit mir und als mein Akku 1 % anzeigte, rollte ich auf einen Mountainbike Trainingsparcours, wo es eine Steckdose gab und ich mein Zelt aufgeschlagen habe.

 

Am Canal de Brest à Nantes entlang ist die Strecke super leicht zu fahren - immer am Kanal entlang, Schleusen mit hübschen Schleusenwärterhäuschen - eines nach dem anderen.


Die Campingplätze, auf denen ich übernachtet habe, waren bei Josselin und Mazerolles. Das Laden des Akkus findet immer im Badehaus statt - zum Erstaunen der Menschen, die mehrmals ein- und ausgehen und mich jedes Mal da sitzen sehen.

Nantes

..ist eine mega schöne Stadt. Sie ist die sechstgrößte Stadt Frankreichs und hat eine bewegte Geschichte. Die Stadt ist dynamisch und bietet über 55.000 Studierenden ein Zuhause. Das Beste aber ist (subjektiv, versteht sich) das Jules Verne Museum. Jules Verne wurde in Nantes geboren und im Museum kann man seinen Lebensweg verfolgen und darüber staunen, welche geschichtlich herausragenden Momenten er bezeugen konnte.

Nantes über Royan nach Le Gurp

Auf dem folgenden Streckenabschnitt bin ich der Vélodyssée nur bedingt gefolgt. Man kann wirklich gut abkürzen und sich in der Gegend umschauen. Ich bin von Nantes in Richtung Port-Saint-Père und Chaumes-en-Retz geradelt, um so schnell wie möglich ans Meer zu kommen, aber doch in Richtung Süden unterwegs zu sein. 

 

Der nächste Campingplatz war in Les Moutiers en Retz. Direkt am Strand konnte ich mein Zelt aufschlagen, denn auf dem Campingplatz selbst war kein Platz mehr. Hier kam abends ein Foodtruck vorbei, der die absolut besten Galettes bretonnes servierte. 
 

Der nächste Streckenabschnitt war sehr besonders, weil hier in der Gegend Salz gewonnen wird. In den Salzgärten wird Fleur de Sel produziert. Bis ins 16. Jahrhundert war dies eines der größten Salzgewinnungsgebiete Europas. Der Radweg schlängelt sich zwischen den Salzfeldern hindurch - je nach Nebel/Sonnenstand richtig mystisch.

 

Die darauf folgende Nacht verbrachte ich wiederum auf einem Campingplatz an der Küste. Allerdings war ich ob der Hitze so fertig, dass ich wirklich nur in mein Zelt gekrabbelt bin, ohne die vielen Angebote des Campingplatzes zu nutzen.

Meine Route führte im Weiteren durch kleine Dörfer und auf Feldwegen zwischen Äckern hindurch. Der nächste Stopp war östlich von La Rochelle auf einem super netten Campingplatz. Zwar an der Straße gelegen, aber nachts ruhig. Nette Leute an der Rezeption - leckerer Café. Ich kann es nicht oft genug sagen: Im August ist es voll! Frühzeitig am Campingplatz ankommen, sichert dir einen Platz.

 

Das Highlight des nächsten Tages war die Citadelle de Brouage - mega süßes Örtchen. Café und Croissant am Platz … aber nicht zu lange, denn ich hatte viel vor.
Über 110 km, 3 Flüsse überquert (Charente, Seudre, Gironde) und dann am Abend in Le Gurp auf dem Campingplatz das Zelt aufgeschlagen. 

Le Gurp bis Arcachon

Der Rest ist schnell erzählt. An der Atlantikküste wurde Mitte des 19. Jahrhunderts ein Piniengürtel gepflanzt, der das Wandern der Dünen stoppen und das Hinterland trocken legen sollte. Das hat funktioniert. Der Radweg ist deshalb meist im Schatten, dennoch heizt sich die Luft so auf, dass der Wald stellenweise gesperrt wird. 


Ich fuhr also vor mich hin und auf einmal gab es eine Ansage (Kamera überwachter Weg!) aus kleinen Lautsprechern: ”Danger imminent. Quittez la zone immédiatement” …

 

Diese relativ kurze Strecke hat also viel Zeit in Anspruch genommen, aufgrund der Hitze.

Am Becken von Arcachon radelt man durch entzückende Orte und Arcachon selbst ist auch nicht hässlich.

Heimreise per Zug

Die Zugfahrt war unspektakulär. Für das Bahnhof-Wechseln in Paris rechne ungefähr eine Stunde. Wenn du kannst, buche einen späteren Zug, sodass du Zeit für ein Eis oder einfach ein paar Fotos in Paris hast.

Fazit

Was du an Info mitnehmen kannst:
Im Sommer kann es sehr heiß werden, die Campingplätze sind ausgebucht.
Mit dem E-Bike schaffst du mehr Kilometer/Tag als du denkst.
Nimm dir Zeit für ‘Exploring’.
Buche die Züge rechtzeitig, wegen des Fahrradplatzes. 
Iss Croissants.

Häufig gestellte Fragen

Ab welchem Alter kann mein Kind im Anhänger mitfahren?

Experten empfehlen ein Mindestalter von einem Jahr, auch wenn das Kind schon früher frei sitzen kann. Für Säuglinge gibt es spezielle Babysitze, aber auch hier gilt: erst ab etwa 6 Monaten.

Brauche ich für den Anhänger einen Führerschein?

Nein. Fahrradanhänger darfst du ohne Führerschein nutzen. Es gibt keine Altersbeschränkung.

Darf ich mit Anhänger auf dem Radweg fahren?

Ja, wenn der Radweg ausreichend breit ist. Bei engen Radwegen musst du auf die Straße ausweichen.

Wie befestige ich den Anhänger am Fahrrad?

Die meisten Anhänger haben eine Universalkupplung. Diese wird meist an der Hinterachse befestigt. Die Erst-Montage dauert etwa 10 Minuten. Danach lässt sich der Anhänger in Sekunden ankuppeln.

Kann ich den Anhänger an ein E-Bike hängen?

Ja, die meisten E-Bikes sind für Anhänger geeignet. Prüfe das Handbuch deines E-Bikes.

Wie pflege ich meinen Anhänger?

Reinige ihn regelmäßig mit Wasser und milder Seife. Prüfe Reifen, Kupplung und Bremsen vor jeder Fahrt. Lagere ihn trocken.

Was kostet ein guter Kinderanhänger?

Rechne mit 450 bis 900 Euro. Qeridoo ist günstig (ab 450 Euro), Thule teuer (ab 900 Euro). Croozer liegt dazwischen (ab 750 Euro).

Ist gebraucht kaufen eine Option?

Ja, aber sei vorsichtig. Prüfe den Zustand gründlich. Achte auf Risse im Rahmen, Verschleiß an Reifen und Kupplungen. Bei Top-Marken wie Thule oder Croozer kann ein gebrauchter Anhänger eine gute Investition sein.

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